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Im Namen der Dose

Unter Napoleon wurde sie erfunden, unter Andy Warhol zum Kunstobjekt: Die Konservendose, die Lebensmittel haltbar macht, ist zweihundert Jahre alt.

1965 in New York: Andy Warhol vor einem Gestell mit Campbell’s Suppendosen, die er in einer Bildserie verewigte.
1965 in New York: Andy Warhol vor einem Gestell mit Campbell’s Suppendosen, die er in einer Bildserie verewigte.
Bob Adelman (Corbis)

Der Vater der Konservendose war der Krieg. Weil die soldatische Kampfmoral oft unter fehlendem oder verdorbenem Proviant litt, setzte Napoleon ein Preisgeld von 12 000 Goldfranken für die Erfindung haltbarer Lebensmittel aus. 1810, nach erfolgreichen Versuchen an Matrosen, konnte sich François Nicolas Appert die Belohnung (und den Ehrentitel «Wohltäter der Menschheit») abholen: Der Zuckerbäcker hatte mit seiner «Kunst, alle animalischen und vegetabilischen Substanzen in voller Frische, Schmackhaftigkeit und eigenthümlicher Würze mehrere Jahre zu erhalten» (so der deutsche Titel seines Konservenkochbuchs) Militärs wie Zivilisten überzeugt. «Welch ein Vorteil, dem durch schwere Märsche erschöpften Soldaten ein gesundes Stück Fleisch, eine erquickende Kraftbrühe reichen zu können», jubelte die «Gazette de Santé».

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