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«Er war sich bewusst, dass die Nazis nicht provoziert werden durften»

Eduard von Steiger verantwortete die Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg. Im Interview verteidigt der konservative Historiker Paul Ehinger den früheren BGB-Bundesrat gegen die aktuelle Kritik.

Gäste aus Nazi-Deutschland: Joseph Goebbels (Mitte) und Aussenminister Freiherr von Neurath (rechts) in Genf an einer Versammlung des Völkerbunds. (Aufnahme vom Oktober 1933)
Gäste aus Nazi-Deutschland: Joseph Goebbels (Mitte) und Aussenminister Freiherr von Neurath (rechts) in Genf an einer Versammlung des Völkerbunds. (Aufnahme vom Oktober 1933)
Keystone
Blutige Auseinandersetzungen: Bei einer antifaschistischen Kundgebung töteten Rekruten der Schweizer Armee in Genf 9 Demonstranten, weitere 65 wurden verletzt. (Aufnahme vom 9. November 1932)
Blutige Auseinandersetzungen: Bei einer antifaschistischen Kundgebung töteten Rekruten der Schweizer Armee in Genf 9 Demonstranten, weitere 65 wurden verletzt. (Aufnahme vom 9. November 1932)
Keystone
Kriegsikone: Anne-Marie Blanc im Film «Gilberte de Courgenay». (1941)
Kriegsikone: Anne-Marie Blanc im Film «Gilberte de Courgenay». (1941)
Keystone
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Die Jungsozialisten wollen Eduard von Steiger das Ehrenbürgerrecht aberkennen (siehe Box). Zu Recht? Überhaupt nicht. Was die Juso wollen, ist eine Ungeheuerlichkeit und zeugt von einer unglaublichen Ignoranz.

Es trifft also nicht zu, dass von Steiger durch seine harte Haltung den Tod Tausender verantwortet? Nein, das trifft nicht zu. Eduard von Steiger handelte auch im Namen der Kollegialbehörde und des Justizdepartements, und seine Entscheidungen wurden von einer Mehrheit im Volk getragen. Das alles enthebt ihn nicht einer Mitverantwortung an der teilweise missratenen Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg. Aber nur ihm die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, ist meines Erachtens verfehlt.

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