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Ein Zeitgenosse für alle Zeiten

Diese Woche wäre William Shakespeare 450 Jahre alt geworden. Was machte ihn so interessant, warum beschäftigt er bis heute, warum bleibt er als Mensch ein Rätsel? Elf Stichworte statt einer Erklärung.

«Das Leben ist voller Lärm und Wut und ohne jeden Sinn»: William Shakespeare (gemalt von Charles Turner). Foto: Getty Images
«Das Leben ist voller Lärm und Wut und ohne jeden Sinn»: William Shakespeare (gemalt von Charles Turner). Foto: Getty Images

Von allem Anfang an

William Shakespeare hatte als Schauspieler das Kostüm, als Dramatiker die Sprache und für beides eine Holzbühne zur Verfügung, meistens unter freiem Himmel im Globe-Theater am Südufer der Themse. Lichtregie, Spezialeffekte und Kulissen waren keine zu haben. ­Alles musste sich über die Sprache mitteilen, und zwar von Anfang an, damit das unruhige Publikum bis zum ersten Schwertkampf durchhielt. Ent­sprechend rasch kommt Shakespeare zur Sache, bei «Hamlet» zum Beispiel erzeugt er mit nur zwei Worten Spannung, Angst und drohende Gefahr. «Who’s there?», fragt der Wachsoldat, als die späte Ablösung kommt. Nach acht Dialogzeilen wissen wir: Es ist Mitternacht, es ist Winter, das Königreich ist bedroht, die Soldaten sind nervös. In «Henry V» schildert der Chor dem Publikum die weiten Ebenen Frankreichs und bedeutet ihm, sich die bebende Luft der Schlacht von Agincourt und die Massen der Helme und schäumenden Pferde vorzustellen.

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