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Ein Bild geht um die Welt

US-Präsident grinst mit dänischer Premierministerin während der Mandela-Trauerfeier in die Handykamera: Ein Foto sorgt für Unmut. Nun hat sich der Mann gemeldet, der die Szene festhielt.

Hier noch skeptisch: US-Präsident Obama mit der dänischen Premierministerin Helle Thorning Schmidt und dem britischen Premier David Cameron.
Hier noch skeptisch: US-Präsident Obama mit der dänischen Premierministerin Helle Thorning Schmidt und dem britischen Premier David Cameron.
Roberto Schmidt, AFP
Diese Szene sorgte für Unmut: Das Trio und die Handykamera.
Diese Szene sorgte für Unmut: Das Trio und die Handykamera.
Roberto Schmidt, AFP
Sie lachte nicht mit: Michelle Obamas Ausdruck wurde als Unmut interpretiert.
Sie lachte nicht mit: Michelle Obamas Ausdruck wurde als Unmut interpretiert.
Roberto Schmidt, AFP
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Rechtzeitig zum Jahresende, kurz nachdem der «Oxford Dictionary» das Wort «Selfie» zum Wort des Jahres 2013 erklärte, liefert ausgerechnet Barack Obama das Selfie des Jahres: Wie ein Teenager auf Klassenfahrt wirkte er neben dem britischen Premier David Cameron und der dänischen Premierministerin Helle Thorning Schmidt, als er gestern mit den beiden in Thorning Schmidts Handykamera grinste. Nebenan sitzt Michelle Obama, scheinbar die einzige Erwachsene in der Runde – mit verärgerter Miene.

Das Problem: Das Foto entstand während der Trauerfeier für Nelson Mandela. Im Internet brach ein Sturm der Entrüstung los. Auf einer derartigen Veranstaltung habe man doch nichts zu lachen, und erst recht nicht in eine Handykamera, so der Tenor. Für die meisten war der Fall klar: Der Präsident hatte Spass, wo es sich nicht gehörte, und seine Frau regte sich gehörig darüber auf.

«Zeichen unserer Zeit»

«Ich denke es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass dieses Bild mehr Aufmerksamkeit erhält als der Anlass selbst», schreibt nun AFP-Fotograf Roberto Schmidt, der die Szene festgehalten hat, auf der Webseite der Nachrichtenagentur. Sein Team habe hart gearbeitet, um die Reaktionen des südafrikanischen Volks auf den Tod ihrer Vaterfigur zu dokumentieren: «Wir haben etwa 500 Bilder hin- und hergeschoben, (...) und dieses vermeintlich triviale Bild hat nun einen grossen Teil dieser Arbeit in den Hintergrund gerückt.» Ganz zufällig habe er die Szene festgehalten – ohne über deren Effekt nachzudenken. Die Staatsoberhäupter hätten sich eben einfach wie menschliche Wesen verhalten, «wie du und ich».

Über zwei Stunden habe die Trauerfeier zu diesem Zeitpunkt bereits gedauert und im Stadion mehr Karnevals- denn Traueratmosphäre geherrscht: «Ich bezweifle, dass jemand die ganze Zeit mit steinerner Miene hätte dasitzen können, während um ihn herum Zehntausende feierten.» Und auch Michelle Obamas Gesichtsausdruck sei völlig falsch interpretiert worden, so Robert Schmidt. Sekunden vorher habe sie noch mitgealbert.

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