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Die Stimme der Nation

Die verstorbene Moderator Ueli Beck führte am Deutschschweizer Radio einen neuen, lockeren Moderationsstil ein und sorgte für einen der bekanntesten Versprecher.

Die Radiostimme der Schweiz: Ueli Beck bei sich zu Hause in Zürich-Witikon.
Die Radiostimme der Schweiz: Ueli Beck bei sich zu Hause in Zürich-Witikon.
Keystone
30 Jahre Radio: Ueli Beck zusammen mit Komikerin Birgit Steinegger am 12. April 1978 im Studio des Senders Beromünster.
30 Jahre Radio: Ueli Beck zusammen mit Komikerin Birgit Steinegger am 12. April 1978 im Studio des Senders Beromünster.
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Szene aus der Premiere des Stücks «De dritt Frueelig», einer Komödie von Hans Gmuer, aufgenommen 1998 im Bernhard-Theater in Zürich 1998.
Szene aus der Premiere des Stücks «De dritt Frueelig», einer Komödie von Hans Gmuer, aufgenommen 1998 im Bernhard-Theater in Zürich 1998.
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Am Freitag starb der Zürcher Schauspieler und Radiomoderator Ueli Beck 79- jährig. Noch im Winter war Beck als Heilsarmist Hagenbuch in «Die kleine Niederdorfoper» auf der Bühne des Bernhardtheaters in Zürich gestanden. Und diesen April durfte er zusammen mit seiner fast gleichaltrigen Kollegin Elisabeth Schnell - auch sie eine Radiolegende - den Ehren-Prix-Walo entgegennehmen.

Der am 15. Dezember 1930 geborene Beck stand mit vier Jahren anlässlich eines «Chlausabends» des Fussballvereins Young Fellows – dessen Präsident er 40 Jahre später wurde – zum ersten Mal auf der Bühne. Seither wollte er Schauspieler werden. Als Rollenmodell schwebte ihm John Wayne vor.

Jobben für Schauspielstunden

Da der Schauspielerei seinerzeit noch der Ruch des Unseriösen anhaftete, machte er zunächst eine Buchhändlerlehre. Danach verdiente er sich als Taxichauffeur, Bauhandlanger und Bankangestellter das Geld, um Schauspielunterricht bei Ellen Widmann und Sigfrit Steiner nehmen zu können.

Es folgten Engagements bei verschiedenen Produzenten und auf zahlreichen Bühnen, etwa am Schauspielhaus Zürich oder am Bernhard- Theater. Seinen ersten Solo-Satz hatte er in Thornton Wilders «Wir sind noch einmal davongekommen»: «Mir ist kalt», lautete er, wie Beck gern erzählte.

Später kamen Filmproduktionen dazu wie «Pfarrer Iseli» neben Ruedi Walter, Margrit Rainer, Inigo Gallo und Stephanie Glaser (1970) oder «Beresina» von Daniel Schmid (1999). In den 80ern moderierte er ausserdem am Fernsehen die beliebte Nostalgie-Reihe «Weisch no?»

Spontan und unroutiniert

Seit 1964 arbeitete der Mann mit der markanten Lücke zwischen den Schneidezähnen über 30 Jahre lang für das Schweizer Radio; Sendungen wie «Im Auto durch die Schweiz», «Guten Morgen», «Frisch vom Beck» oder «Nachtexpress» machten ihn im ganzen Land berühmt.

Wegen seines damals hierzulande noch unbekannten lockeren, mit Witzen und Anekdoten angereicherten Moderationsstils galt Beck als «Muntermacher der Nation».

«Er redet, wie uns allen «de Schnabel gwachse isch», er moderiert nicht routiniert gewandt, sondern verhaspelt sich mit Charme, klopft spontan Sprüche, die oft daneben gehen, wie uns auch, im richtigen Leben», beschrieb sein Weggefährte Max Rüeger ihn einmal. Becks Versprecher «Unfallstelle für Beratungsverhütung» ging in die Annalen des Schweizer Radios ein.

Becks erste Arbeiten am Radio waren Hörspielrollen. Die hat er bis fast zuletzt gespielt, etwa in der Radio-Serie «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney».

15 Jahre Unruhestand

1995 beendete Ueli Beck offiziell seine Karriere beim Radio, nahm aber immer noch einzelne Jobs wie den «Maloney» an. Zusammen mit seinen früheren Radio- und Theaterkollegen Elisabeth Schnell und Max Rüeger moderierte er auch im Unruhestand auf DRS Musikwelle noch die Sendung «Sinerzyt».

Am Zürcher Sechseläuten gehörte «Mister Beromünster» bis zuletzt zu den Zünftern, die am meisten Blumen bekamen.

SDA/mrs

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