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Ursprünglich idiotisch

Ein Prozent der Deutschen wählte eine Witzpartei. Leider.

Chef von «Die Partei»: Satiriker Martin Sonneborn. (24.8.2017)
Chef von «Die Partei»: Satiriker Martin Sonneborn. (24.8.2017)
Keystone
Komiker Serdar Somuncu trat in Berlin für «Die Partei» an und holte sieben Prozent der Stimmen. (12. August 2017)
Komiker Serdar Somuncu trat in Berlin für «Die Partei» an und holte sieben Prozent der Stimmen. (12. August 2017)
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Meister der ironischen Perfomance: Christoph Schlingensief beim Protest-Baden gegen Helmut Kohl. (2. August 1998)
Meister der ironischen Perfomance: Christoph Schlingensief beim Protest-Baden gegen Helmut Kohl. (2. August 1998)
Keystone
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«Halt's Maul, du SPD-Nazi», sagt der Snob in Christian Krachts Roman «Faserland». Man steht am Buffet, und der Snob hamstert und rafft, was er kann. Als einer fragt, ob er sich nicht etwas mässigen könne, äussert der Snob ebendiese zynischen, bald hippen Worte: «Halt's Maul, du SPD-Nazi.»

«Faserland» erschien 1995. Irgendwann um diese Zeit fing es an, Deutschlands Linke beschlich allmählich der grosse Ennui. Wie öd' war die Politik geworden: Der Sowjet war Geschichte, Kohl ewiger Kanzler, die Sozialdemokratie scheinbar zum Teekränzchen redlicher Biedermänner verkommen. Ob SPD, CDU oder FDP – Pardon, was war nochmals der Unterschied? Theatermacher wie Christof Schlingensief machten die Politverhunzung zum künstlerischen Kerngeschäft.

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