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Die Ducks fallen in die Alpen ein

Letztes Jahr schickte der Münchner Zeichner Jan Gulbransson seinen Enterich auf Deutschlandreise. Jetzt kommen Donald, Dagobert und Co. in die Schweiz.

Gilt als die am schwierigsten zu zeichnende Comicfigur: Donald Duck.
Gilt als die am schwierigsten zu zeichnende Comicfigur: Donald Duck.
Keystone

Der Münchner Comiczeichner Jan Gulbransson denkt sich Donald Ducks Abenteuergeschichten aus. Im vergangenen Jahr schickte er den heissblütigen Erpel auf Deutschlandreise, dieses Mal geht es in die Alpen. Zu sehen und zu lesen ist das Ganze in der Zeitschrift «Micky Maus», die ab kommendem Freitag verkauft wird.

Wie Hannibal, der über die Alpen kam, fallen Donald, Dagobert und Co. in der Schweiz und in Österreich ein. Sie suchen nach einem Nachfahren eines Elefanten, der einst tatsächlich mit Hannibal die Alpen überquerte.

Dagobert im Gully

Dass dabei so einiges schief gehen muss, liegt auf der Hand. So wirbeln die Ducks und der Elefant die altehrwürdigen Salzburger Festspiele durcheinander. «Der Untergang von 100 Jahren Salzburger Kultur», sagt Gulbransson und lacht. Den Satz hat er auch in den Comic geschrieben.

Den steinreichen Geizhals Dagobert verschlägt es in die Wiener Kanalisation – und der kann daran sogar etwas Positives erkennen: «Den «Dritten Mann» wollte ich schon immer sehen und bei den heutigen Kinopreisen muss man sich zu helfen wissen.»

«Klassische Disney-Tabus»

Donald wird in der Schweiz von den Behörden festgehalten, weil er Popcorn ins Käsefondue geworfen hat. Klischees sind dabei, ganz klar, räumt Gulbransson ein: «Aber immer mit einem Augenzwinkern.»

Gulbransson ist der Enkel des berühmten Malers und Karikaturisten Olaf Gulbransson. Das Talent, so scheint es, wurde ihm also in die Wiege gelegt. 1980 begann er, Donald für einen niederländischen Verlag, der die Disney-Rechte innehatte, zu zeichnen.

Schliesslich führte ihn sein Weg zum Berliner Ehapa-Verlag, der die legendären «Micky Maus«-Hefte herausbringt. Alles darf Gulbransson im Übrigen nicht. Seiner Kreativität sind bei Donalds Abenteuern die disneyüblichen Grenzen gesetzt: «Es gibt natürlich die klassischen Disney-Tabus: Sex, Religion und Tod.»

Kein Interesse an Micky Maus

Das Zeichnen der Donald-Geschichten ist für Gulbransson die Erfüllung eines Kindheitstraums – aber auch eine grosse Herausforderung. Er gelte zurecht als am schwierigsten zu zeichnende Comicfigur. Erst 20 Jahre nach seinem ersten Donald sei er mit seiner Arbeit zufrieden gewesen.

Was ihm an der Ente am besten gefällt, sei ihr Charakter. Immer wieder sei er auch gefragt worden, ob er nicht auch Micky Maus malen würde. Doch er hat kein Interesse: «Ich habe mich immer strikt geweigert. Ich möchte nicht erleben, wie Micky den Finger aus dem Papier reckt und mich belehrt, wie man ihn richtig zeichnet.»

SDA/ami

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