Zum Hauptinhalt springen

Das unrühmliche Ende der Hipster

Skinny Jeans, bunte Schals, Nerd-Brillen - die Hipster sind im Mainstream angekommen und werden im Internet als Möchtegern-Avantgarde lächerlich gemacht. Aber was ist eigentlich hip?

Cool wurde um die Ecke gebracht. Unter dringendem Tatverdacht steht der Hipster. Er trägt skinny Jeans, bunte Schals und T-Shirts mit V-Ausschnitt. Dazu Hut, Nerd-Brille und Oxfords. Er hört nur die angesagteste Musik. Er ist unheimlich kreativ und abgeklärt und durchgestylt bis auf die Zellstruktur und wappnet sich gegen die Unbill des Lebens mit Ironie. Man findet ihn in Bars wie «Dini Mueter» an der Zürcher Langstrasse, in den coolen Quartieren in Londons East End, im Brooklyner Viertel Williamsburg. Aber es scheint, als habe der Hipster mit seinem Selbstverständnis als Speerspitze der modischen und musikalischen Avantgarde ausgedient.

«Has the Hipster killed cool in New York?» fragt das New Yorker Magazin «Time Out». Und wundert sich weiter, wann das alles begann. «War es, als Chloe Sevigny an Vincent Gallo Fellatio vollzog? Oder als American Apparel den Soft-Porn-Stil den Bankern anzudrehen begann?» Nicht nur New York hat genug von den schrillen Hipstern, die sich so furchtbar wichtig nehmen und vor allem Lärm machen. Als eines Nachmittags eine Flutwelle von Hipstern im Londoner Hackney-Quartier ihr Soundsystem dröhnen liessen, startete ein um den Schlaf gebrachter Nachbar «Hackney Hipster Hate Photoblog». Jetzt verhöhnt dieser Blog die modisch avancierten jungen Poseure, indem er ihnen Zitate in den Mund legt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.