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Das grosse Gedöns

Unter den heutigen Männern gäbe es wieder zu viele Softies, klagen Lifestyle-Expertinnen und theoretisieren ihre missglückten Beziehungen. Dabei hat es doch Oscar Wilde schon besser gewusst.

Eine Szene aus Jelineks Wilde-Adaptation «Der ideale Mann» (Aufnahme vom Dezember 2011, Schauspielhaus Zürich).
Eine Szene aus Jelineks Wilde-Adaptation «Der ideale Mann» (Aufnahme vom Dezember 2011, Schauspielhaus Zürich).
Keystone
Wilde seziert das bürgerliche Liebesleben.
Wilde seziert das bürgerliche Liebesleben.
Keystone
Ein Porträt Wildes (1854–1900), undatierte Aufnahme.
Ein Porträt Wildes (1854–1900), undatierte Aufnahme.
Keystone
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Es wird mal wieder ein Befindlichkeitsstreit ausgefochten, öffentlich. Diesmal gehts um den weichlichen, allzu introvertierten «Schmerzensmann», eine Kreation der «Zeit»-Redaktorin Nina Pauer. «Er achtet auf sich, ist höflich, lieb, immer gepflegt und gewaschen, benutzt Parfüms und Cremes, macht Diäten und hört wunderbar melancholische Mädchenmusik», beschreibt die 28-Jährige. Allerdings – und jetzt kommts: «Nur wenn der entscheidende Move gefragt ist, er sich herüberbeugen und die junge Frau endlich küssen sollte, fängt sein Kopfkino an.» Pauer traf mit ihrem Artikel einen wohlbekannten, vielgeplagten Nerv, und das alte Lamento über den Softie und dessen Widerpart, den tumben Macho, echote durchs deutsche Feuilleton.

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