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«Das Boot war nicht voll»

Gestern präsentierte Sacha Zala Dokumente zur Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg. Heute spricht der Historiker über den dunklen August 1942, grosszügige Tessiner und einen hysterischen Bundesrat.

Kennzeichnete Juden als Nichtflüchtlinge: Judenstempel. (17. April 2007)
Kennzeichnete Juden als Nichtflüchtlinge: Judenstempel. (17. April 2007)
Keystone
Noch gibt es sie, die Zeitzeugen: Der 87-jährige Miroslaw Celka hat Auschwitz überlebt.
Noch gibt es sie, die Zeitzeugen: Der 87-jährige Miroslaw Celka hat Auschwitz überlebt.
Reuters
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Sie sagten gestern in der «Tagesschau», die Asylpolitik der Schweiz habe im Zweiten Weltkrieg «deutlich rassistische Elemente» beinhaltet. Was meinen Sie genau damit? Es handelt sich um einen längeren Prozess. Hitlers Regime trieb von der Machtergreifung an Menschen in die Flucht, man denke etwa an emigrierte Intellektuelle wie Thomas Mann. Der Anschluss Österreichs, die Reichspogromnacht, der Angriff auf die Sowjetunion: die Eskalierung verlief in Etappen und trieb jeweils aufs Neue Menschen in die Flucht. Die Flüchtlingsdebatte in der Schweiz bewegte sich zunächst eher im Rahmen einer Debatte über Wirtschaftsflüchtlinge, enthielt aber parallel zur Entwicklung der internationalen Lage zunehmend einen rassistischen Charakter. Es ist dabei wichtig festzuhalten, dass das internationale Desinteresse an den Juden allgemein gross war und dass in den 30er-Jahren kein Land – selbst die USA nicht – für sie eintrat.

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