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Camouflage-Chic für Kinder eckt an

Benetton provoziert mit Kriegsklamotten für Kinder. Die Aufregung darüber ist allerdings künstlich. Es geht um etwas ganz anderes.

Der Herbst-Look für kleine Mädchen ist gesetzt: Camouflage soll der letzte Schrei sein, glaubt man der Website des italienischen Moderiesen Benetton. Ein Jupe, eine enge Hose, ein Leibchen sowie eine gefütterte Jacke kommen im schlammgrün-grauen Tarnmuster des Krieges daher. «Mädchen, was haltet ihr von einem romantischen Camo-Look?», fragen die Macher von Benetton und richten sich dabei an deren Mütter. Kombiniere man die Militärkleidung mit einem schicken Rot, Puderpink oder Blau sowie leuchtenden Strickjacken und gemusterten T-Shirts, erhalte man den perfekten Streetstyle. «Ideal für Nachmittage mit euren Freunden.»

Mit dem Military-Look für Kinder will Benetton Aufmerksamkeit auf sich lenken, keine Frage. Der Kleiderkonzern produziert erstmals Kinderkleider im Tarn-Look. Das gibt zu reden. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass eine Werbeaktion des Modelabels für Entrüstung sorgt. Benetton provozierte schon mit Bildern toter Menschen, küssender Staatsoberhäupter (Palästinenser Mahmoud Abbas und Israeli Benjamin Netanyahu) oder einer schwarzen Frau, die ein weisses Baby stillt. Nun also versucht es der Kleiderhersteller mit Kindern und Krieg. Das zieht.

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