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Als Worte töten konnten

Vor 100 Jahren wurde in St. Petersburg die «Prawda» gegründet. Sie mutierte vom Rebellenblatt zur Monopolzeitung zur Metapher für brutale Beton-Publizistik. Eine journalistische Schauergeschichte.

Soldaten beim Zeitungslesen: Soldaten der sowjetischen Besatzungstruppen in der Tschechoslowakei lesen im August 1968 die «Prawda».
Soldaten beim Zeitungslesen: Soldaten der sowjetischen Besatzungstruppen in der Tschechoslowakei lesen im August 1968 die «Prawda».
Keystone
Ob er die Wahrheit über den Krieg erfährt? Ein Soldat liest im winterlichen Moskau eine Ausgabe der «Prawda». (10. November 1941)
Ob er die Wahrheit über den Krieg erfährt? Ein Soldat liest im winterlichen Moskau eine Ausgabe der «Prawda». (10. November 1941)
wikimedia commons
Ende einer Institution: Die Zeitung war 78 Jahre lang das offizielle Veröffentlichungsorgan der kommunistischen Partei, bis dieser Status mit der Ausgabe vom 23. August 1991 aufgehoben wurde.
Ende einer Institution: Die Zeitung war 78 Jahre lang das offizielle Veröffentlichungsorgan der kommunistischen Partei, bis dieser Status mit der Ausgabe vom 23. August 1991 aufgehoben wurde.
AFP
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Die «Prawda» war einer jener hässlichen Zwerge, die sich auf die Schulter des Riesen UdSSR hockten, solcherart ungeheuerlich anwuchsen und schliesslich, als der Koloss 1991 zu Boden ging, kopfvoran in den Dreck stürzten.

Noch Ende der 80er-Jahre verfügte die «Prawda» über eine 500-köpfige Redaktion und über eine Auflage von mehr als zehn Millionen Stück, heute sinds 12 Redaktoren und ein paar Tausend Leser. Die Grösse der Zeitung stand immer in direkter Korrelation zur Macht der Kommunistischen Partei Russlands.

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