Zum Hauptinhalt springen

«Allen Krisen ist gemein, dass sie als kaum vorstellbar galten»

Ulrich Beck, der Theoretiker der «Risikogesellschaft», analysiert die Katastrophe in Japan. Was bedeutet sie für unseren Umgang mit Gefahren – und was für unser Verständnis von Verantwortung?

Was Erdbeben und Tsunami zurückgelassen haben: Die japanische Ortschaft Arahama vor und nach der Katastrophe.
Was Erdbeben und Tsunami zurückgelassen haben: Die japanische Ortschaft Arahama vor und nach der Katastrophe.
Keystone

Vor 25 Jahren explodierte das Atomkraftwerk in Tschernobyl, zum selben Zeitpunkt kam Ihre «Risikogesellschaft» heraus. Jetzt haben wir eine vergleichbare Katastrophe in Japan. Haben wir nichts gelernt?

In der Tat, die grossen Krisen seit Tschernobyl schienen weitgehend dem Drehbuch der «Risikogesellschaft» zu folgen. Die herausragenden Beispiele sind der Tsunami in Indonesien, die Katrina-Überflutung von New Orleans, aber auch der Rinderwahnsinn, die Schweinegrippe; selbst die Finanzkrise von 2008 gehört dazu. Allen Krisen war gemeinsam, dass sie vorher als kaum vorstellbar galten. Jedes Mal wurde der bisherige Erwartungsrahmen überholt. Das Makabre der jetzigen Katastrophe ist, dass sie sich in einem grusligen Wettbewerb der Grossrisiken ereignet. Viele glaubten ja, dass sich das Risiko des Klimawandels durch vermehrten Einsatz umweltfreundlicher Kernenergie mindern lässt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.