«Ich heisse Erwin Lindemann»

Seine Rolle als überforderter «Lottogewinner Erwin Lindemann» im TV-Sketch von Loriot erlangte Kultstatus: Loriot-Schauspieler Heinz Meier ist am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben.

Untrennbar ist der Name des gebürtigen Ostpreussen mit Vicco von Bülow alias Loriot verbunden. Er gehörte zum festen Ensemble, mit dem der grosse Humorist seine Fernseh-Sketche bevölkerte. Darin spielte Meier etwa den Familienvater Hoppenstedt und den Klavierträger Finke («Ein Klavier, ein Klavier!»).

Loriot schätzte die trocken-unterkühlte Art des Schauspielers, die ideal zu seiner eigenen Auffassung passte, wie Komik gestaltet werden müsste. «In seinen Augen war ich der Prototyp des einfachen, kleinen Mannes und konnte diesen gut darstellen», sagte Meier selbst vor drei Jahren. Auch in Loriots Kinofilmen «Ödipussi» und «Pappa ante Portas» trat er auf.

Loriot erlaubte Heinz Meier als besonderes Privileg auch, die Sketche auf seiner eigenen Bühne nachzuspielen. Meier hatte vor 60 Jahren mit zwei Studienfreunden das «Wallgraben-Theater» gegründet, eine private Kellerbühne, die noch heute besteht. Er war zuletzt einer der drei Inhaber und stand noch vor einem Monat mit dem Stück «Ach was! Loriot!» auf der Bühne. Neben Loriot-Rollen spielte Meier in zahlreichen Fernsehfilmen mit, so in mehreren «Tatort»-Folgen und in Rainer Werner Fassbinders Serie «Acht Stunden sind kein Tag».

sda/ebl

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