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«Die Modeschau zu filmen, ist sehr teuer»

Die wegen des Coronavirus abgesagte Modeschau von Raphael Blechschmidt geht als Video an die Kundinnen.

Vor leeren Sitzreihen moderiert Raphael Blechschmidt seine mit vier Filmkameras aufgenommene Modeschau.
Vor leeren Sitzreihen moderiert Raphael Blechschmidt seine mit vier Filmkameras aufgenommene Modeschau.
Nicole Pont

Wann kamen Sie auf die Idee, die Modeschau zu filmen und das Video an die Kundinnen zu verschicken?

Letzten Donnerstag haben wir uns für diesen Schritt entschieden. Wir überlegten uns schon, die Modeschau zu verschieben, Aber gleichzeitig fragten wir uns: Wer hat im Mai oder Juli noch Lust, sich eine Frühling-/Sommer-­Kollektion anzuschauen? Wir mussten uns das allerdings gut überlegen, denn über 1200 Interessierte hatten sich für die achtmal geplanten Modeschauen schon angemeldet. Zudem: Die Modeschau zu filmen, ist sehr teuer.

Gab es viele Probleme?

TVision für die Verfilmung der Modeschau war schnell gefunden und auch bereit. Das eine Model, das aus Spanien kam, mochte indes nicht bis zum Filmen der Modeschau hierbleiben, sondern flog am Samstag zurück– aus Angst, es komme nicht mehr nach Spanien zurück. Also mussten wir ein neues Model suchen.

Wie haben alle Mitbeteiligten wie die Catering-Firma und jene, die die Accessoires zur Modeschau beisteuerten, reagiert?

Eigentlich reagierten alle grossartig. Möbel Rösch, der einmal mehr die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, wie auch die Kundinnen, die ja erst am vergangenen Samstag respektive Montag über die Absage der Modeschau informiert wurden, zeigten sich sehr solidarisch.

Was sind Ihre Hoffnungen; es ist ja eine völlig neue Werbung?

Wir hoffen, die Kundinnen motivieren zu können, erst recht etwas zu kaufen, denn sie können sich das Video – im Gegensatz zu einer Modeschau – immer wieder ansehen. Und dann wollen wir natürlich den Kundinnen auch nichts vorenthalten – uns selber auch nicht. Denn hinter der Modeschau hat viel Arbeit gesteckt.

Wie lange haben denn die Arbeiten gedauert?

Die Kollektion ist innerhalb von sechs Wochen entstanden. Sie ­besteht aus 35 verschiedenen Outfits und insgesamt hundert Einzelteilen. Dabei stellte uns eine italienische Stofffirma auf eine harte Probe. Als die Firma den speziell für uns gedruckten Stoff endlich hätte liefern können, hatte das Coronavirus Italien bereits voll im Griff. Hätte die Firma den Stoff nicht über Frankreich nach Basel geschickt, hätten zahlreiche Outfits gar nicht geschneidert werden können.

Die Stuhlreihen im Einrichtungsgeschäft Möbel Rösch stehen leer. Doch auf dem Laufsteg herrscht trotzdem Modeschaustimmung. Couturier Raphael Blechschmidt hat sich entschieden, seine während vier Tagen insgesamt achtmal geplante Modeschau zwar abzusagen, gleichzeitig aber die Schau zu filmen und sie als Video seinen Kundinnen zukommen zu lassen.

Nur Blechschmidts engste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind am Dienstag für die Verfilmung anwesend. Einige tragen Mundschutz. Vier Filmkameras nehmen die in mehreren Sequenzen aufgenommen Models in ihren 34 Outifts auf. Blechschmidt moderiert.

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