Der Trend geht weiter hin zum Digitalen

Eine neue Untersuchung zeigt, dass die Mehrheit sich ihre Informationen aus dem Internet zieht – längere Texte aber doch lieber auf Papier liest.

Lektüre im Gras – ein Genuss, ob es sich um ein Buch, eine Zeitschrift oder einen Bildschirm handelt. Die Umgebung machts! Foto: Chris J. Radcliffe (Getty Images)

Lektüre im Gras – ein Genuss, ob es sich um ein Buch, eine Zeitschrift oder einen Bildschirm handelt. Die Umgebung machts! Foto: Chris J. Radcliffe (Getty Images)

Der grosse Trend vom Gedruckten zum Digitalen setzt sich fort: Das ist das Ergebnis der neuen Markt- und Werbeträgeranalyse des Instituts für Demoskopie Allensbach (AWA). Für diese jährlich erhobene Studie wurden diesmal rund 23000 Menschen in Deutschland befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ für die Bevölkerung ab 14 Jahren, der «Buchreport» hat sie zusammengefasst.

Der «tiefgreifende Wandel der Mediennutzung», so die Forscher, zeigt sich vor allem bei der jüngeren Generation, wenn es um die Frage «Lesen auf Papier oder am Bildschirm» geht. Die ältere Generation (45 plus) bevorzugt bei längeren Texten eindeutig die Printversion vor der digitalen. Bei der gesamten Bevölkerung sind es immer noch 59 Prozent. 7 Prozent lesen am liebsten am Bildschirm, der Rest ist unentschieden oder ohne Präferenz.

Anders bei den 14- bis 19-Jährigen: Für mehr als die Hälfte (53%) macht es keinen Unterschied, ob sie auf Papier oder am Bildschirm lesen. 17% ziehen den Bildschirm bei der Lektüre sogar vor. Immerhin gab die Mehrheit aller Altersgruppen an, sie könnte sich das, was sie auf Papier gelesen habe, besser merken.

Es gibt mehr Wenigleser als Vielleser

Den starken bis dramatischen Rückgang der Bücherleserschaft bestätigt jetzt auch die AWA-Studie. Die Zahl der Menschen, die wenig bis nie zu einem Buch greifen, ist auf 41% gestiegen und liegt damit erstmals vor den Viellesern (40% lesen nach eigenen Angaben mindestens einmal in der Woche). Vor sechs Jahren waren das noch 49%.

Viele würden gern, finden aber nicht die Zeit dazu: Dies trifft vor allem auf die mittlere Generation, die hauptsächlich mit Karriere und kleinen Kindern beschäftigt ist, zu: 42% der 30- bis 44-Jährigen gaben auf Befragen an, aus Zeitmangel nicht so viel zu lesen, wie sie gern würden.

55% der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein Buch gekauft. Auch diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Nur 4% kaufen mehr als 20 Bücher pro Jahr. Die jüngste Altersgruppe (14 bis 19 Jahre) zeigt immer weniger Interesse an Büchern. Es ist in den letzten zwanzig Jahren um 30% gesunken.

Das Internet ist Informationsmedium Nummer eins

Nicht in dem Umfang, wie man vermuten könnte, kann übrigens das E-Book profitieren vom Grosstrend hin zum Digitalen. Und beim bevorzugten Gerät nennen die Bildschirmleser mit grossem Abstand das Smartphone mit 92%. Notebook (56%), Desktop-PC (46%) und Tablet (27%) folgen (Mehrfachnennungen waren bei der Antwort möglich), auf dem letzten Platz landet der E-Reader (12%).

Lesen über eine längere Strecke ist das eine, die gezielte Suche nach Informationen das andere. Hier hat das Internet allen anderen Informationsquellen den Rang abgelaufen. 72% der Bevölkerung gaben an, zuerst im Internet zu suchen. Immerhin noch 16% suchen eine Buchhandlung auf und fragen dort nach einem Sachbuch zum Thema. Bei den 14- bis 19-Jährigen sind es noch weniger.

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