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«Das will man heute vielleicht nicht mehr sehen»

Zwei nackte Frauen auf einem Schwein, Wilhelminismus und Zensur: Kurator Ludger Derenthal spricht über die aktuelle Berliner Ausstellung «Die nackte Wahrheit und anderes».

Um 1900 ist Aktfotografie allgegenwärtig. Die Ausstellung «Die nackte Wahrheit und anderes» des Museums für Fotografie in Berlin präsentiert die erstaunliche Vielfalt fotografischer Abbildungen des enthüllten menschlichen Körpers in jenen Jahren.
Um 1900 ist Aktfotografie allgegenwärtig. Die Ausstellung «Die nackte Wahrheit und anderes» des Museums für Fotografie in Berlin präsentiert die erstaunliche Vielfalt fotografischer Abbildungen des enthüllten menschlichen Körpers in jenen Jahren.
© Collection Gerard Levy
Sammlung Robert Lebeck, Berlin
© École nationale supérieure des beaux-arts
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Nacktfotografie ist heute omnipräsent und blitzt uns von jedem zweiten Werbeplakat entgegen, so die weit verbreitete Meinung. Wieso brauchen wir eine Ausstellung darüber? In unserer hauseigenen Sammlung finden sich viele Aktfotografien aus den späten 1880er-Jahren, die bereits damals angekauft wurden. Wir finden es spannend, wie es schon um 1900 dazu kommen konnte, dass solche Bilder Eingang in eine fotografische Sammlung finden. Wir wollen damit auch ein Bild der damaligen Gesellschaft zeichnen, die ja der Nährboden für diese Entwicklungen war.

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