Zsuzsanna Gahse mit dem Grand Prix Literatur 2019 ausgezeichnet

Die Autorin wird für ihr Gesamtwerk geehrt. Der Preis ist mit 40'000 Franken dotiert.

Mit Zsuzsanna Gahse gewinnt eine Autorin, die sich nicht nur mit ihrem Werk über Grenzen hinweg bewegt, sondern die das auch in ihrem Leben getan hat.

Mit Zsuzsanna Gahse gewinnt eine Autorin, die sich nicht nur mit ihrem Werk über Grenzen hinweg bewegt, sondern die das auch in ihrem Leben getan hat.

(Bild: Keystone)

Der Schweizer Grand Prix Literatur geht 2019 an Zsuzsanna Gahse. Daneben ehrt das Bundesamt für Kultur (BAK) das Übersetzerhaus Looren im Kanton Zürich und das Centre de traduction littéraire in Lausanne mit dem Spezialpreis Vermittlung.

Sieben weitere Autorinnen und Autoren zeichnet das BAK mit den Schweizer Literaturpreisen 2019 aus. Es sind dies Christina Viragh für ihren Roman «Eine dieser Nächte» und Julia von Lucadou für «Die Hochhausspringerin» sowie Patrick Savolainen für «Farantheiner», wie das BAK am Donnerstag mitteilte.

Alle drei Werke sind auf Deutsch geschrieben. «Die Hochhausspringerin» rangierte bereits auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2018; und «Eine dieser Nächte» war auf der Longlist für den letztjährigen Deutschen Buchpreis nominiert.

An französischsprachigen Werken zeichnet das BAK Elisa Shua Dusapin für «Les Billes du Pachinko» und José-Flore Tappy für «Trás-os-Montes» aus; Anna Ruchat mit «Gli anni di Nettuno sulla terra» sowie Alexandre Hmine mit «La chiave nel latte» vertreten die italienischsprachige Schweiz.

Das BAK vergibt diese Literaturpreise für Einzelwerke, die im vorangegangenen Jahr erschienen sind. Jeder der Preisträger erhält 25'000 Franken und wird zudem dabei unterstützt, sein Werk über die jeweilige Sprachgrenze hinweg bekannt zu machen. Im Vordergrund stehen dabei Lesereisen in der ganzen Schweiz.

Grand Prix Literatur für Gesamtwerk

Der Grand Prix Literatur zeichnet das Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors aus; er ist mit 40'000 Franken dotiert. Den Preis erhält 2019 mit Zsuzsanna Gahse eine Autorin, die sich nicht nur mit ihrem Werk über Grenzen hinweg bewegt, sondern die das auch in ihrem Leben getan hat.

Sie wurde 1946 in Budapest geboren. Nach dem Ungarnaufstand 1956 flüchtete sie mit ihrer Familie zunächst nach Wien und übersiedelte dann ins deutsche Kassel. 1969 begann sie Beiträge für Zeitschriften und den Süddeutschen Rundfunk zu verfassen. Sie lebte lange in Stuttgart, zog dann nach Luzern und wohnt heute im thurgauischen Müllheim.

Ihr erster Roman «Zero», auf Deutsch verfasst, erschien 1983; ihm folgten Romane, Erzählungen, Übersetzungen und unzählige weitere Veröffentlichungen. 2017 legte sie mit «Siebenundsiebzig Geschwister» ihr jüngstes Werk vor.

Ihr Lebenswerk, inzwischen mehr als 40 Bücher, changiert zwischen Prosa und Lyrik. Die Jury begründet ihren Entscheid für den Schweizer Grand Prix Literatur «mit dem Interesse der Autorin für Sprache und Wörter und die Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene», heisst es in der Mitteilung. Darüber hinaus lobt die achtköpfige Jury den Sprachklang, den «nicht nur spielerischen Witz» sowie die Ironie.

Engagement für Schweizer Literatur

Mit dem Preis für Vermittlungen würdigt die achtköpfige Jury generell besonderes Engagement dafür, dass Schweizer Literatur dem Publikum zugänglich gemacht wird. Dieser Spezialpreis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Spezialpreis Übersetzung vergeben. Er ist mit 40'000 Franken dotiert.

In diesem Jahr wird diese Ehrung zur Hälfte dem Übersetzerhaus Looren im zürcherischen Wernetshausen zuteil, als «herausragender Ort für Literaturübersetzerinnen und -übersetzer aus den verschiedensten Bereichen», schreibt das BAK in seiner Mitteilung.

Das Übersetzerhaus Looren teilt sich den Preis mit dem Centre de traduction littéraire in Lausanne. Seit 1989 bietet dieses Lesungen, Tagungen oder Weiterbildungen an und stellt damit die Bedeutung von und die Herausforderungen bei Übersetzungen ins Zentrum. Mit dem Spezialpreis Vermittlung würdigt das BAK nun die «Pionierarbeit der beiden Institutionen» und betont ihre Rolle in der Literaturvermittlung.

Die Preisverleihung findet am 14. Februar in der Nationalbibliothek in Bern statt.

SDA

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