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Wenn Miami Vice eskaliert

Tom Wolfes jüngstes Fegefeuer der Eitelkeiten, «Back to Blood», hat alte Qualitäten und neue Schwächen.

Bevor Tom Wolfe diesmal so richtig loslegt, serviert er, quasi als Gruss aus der Teufelsküche, einen Prolog. Edward T. Topping IV, Chefredaktor des «Miami Herald», und seine bezaubernde Gattin Mac erleben in ihrem zwar «grotesk beengten», aber «momentan todschicken und moralisch erleuchteten» Mitsubishi Green Elf Hybrid für 135 000 Dollar einen seltenen Augenblick des Glücks, der freilich noch kürzer ist als ihr bislang wohl nur an Romanfiguren ausgeliefertes Auto. Kaum hat sich nämlich vor ihrem Ziel, dem Nobelrestaurant Balzac’s, die perfekte und wahrscheinlich sogar einzige Parklücke aufgetan, da wird sie ihnen von einer unverschämten Latina-Schlampe in einem Ferrari weggeschnappt: «Schock, Bestürzung, und – bango – Eds und Macs zentrale Nervensysteme ertranken in . . . Erniedrigung.»

Dass diese dreiste Person auf pöbelnde Vorwürfe auch noch auf Spanisch reagiert, fordert Macs Fähigkeit, in Grossbuchstaben zu schimpfen, heraus: «REDE ENGLISCH, DU JÄMMERLICHE IRRE. DU BIST JETZT IN AMERIKA. ENGLISCH, HÖRST DU, ENGLISCH!» Was ihre Gegnerin spöttisch lächelnd ablehnt, denn «wir sind jetzt in Mii-ah-mii. Du bist jetzt in Mii-ah-mii».

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