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Wenn die Fremde zur Heimat werden muss

Melinda Nadj Abonjis Roman ist ein Lichtblick im Schweizer Literaturjahr. Und steht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Ganz ohne Klischees: Melinda Nadj Abonji erzählt von Integration und Rebellion.
Ganz ohne Klischees: Melinda Nadj Abonji erzählt von Integration und Rebellion.
Doris Fanconi

Die Immigration ist auch für die Schweiz eines der grossen gesellschaftlichen Themen dieser Jahrzehnte. Nicht wegen populistischer Zuckungen à la Minarett-Verbot. Sondern weil die neuen Mitbürger das Land verändern – und das Land sich schwertut, diese Veränderungen innerlich mitzuvollziehen.

Denn dazu müssten sich viele Schweizer nicht nur mit ihren eigenen Ängsten beschäftigen, sondern auch die psychische Belastung verstehen lernen, die ein Wechsel aus der Heimat in die Fremde und die Verwandlung dieser Fremde in eine neue Heimat für jeden Immigranten bedeutet. Eine meist beschwiegene Belastung, wie aus dem Roman «Tauben fliegen auf» von Melinda Nadj Abonji zu erfahren ist – wie vieles, was Sozialreportagen oder statistische Untersuchungen zur Integration kaum erkennbar machen.

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