Zum Hauptinhalt springen

Schöne neue Datenwelt

Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der konservativen «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», hat ein linkes Buch geschrieben. «Ego» sieht den Menschen in Gefahr, eine Maschine zu werden.

Debattenpapst Frank Schirrmacher kritisiert die Ökonomisierung des menschlichen Lebens. Foto: Werner Schuering («Der Spiegel»)
Debattenpapst Frank Schirrmacher kritisiert die Ökonomisierung des menschlichen Lebens. Foto: Werner Schuering («Der Spiegel»)

Der französische Ethnologe Marcel Mauss schrieb vor fast 100 Jahren: «Der Homo oeconomicus steht nicht hinter uns, sondern vor uns. Lange Zeit war der Mensch etwas anderes; und es ist noch nicht sehr lange her, seit er eine Maschine geworden ist – und gar eine Rechenmaschine.»

Mit neuem Material, vor allem aus der Zeit der Finanzkrise, versucht Frank Schirrmacher (53) in seiner Schrift «Ego. Das Spiel des Lebens» diesen in seinen Augen hellsichtigen Befund zu belegen. Der Journalist mit dem sicheren Gespür für grosse Gesellschafts- und Debattenthemen – von der demografischen Überalterung bis zur digitalen Überforderung – setzt zu einem erneuten Paukenschlag an: Der Kalte Krieg war 1989 nicht zu Ende; er fand seine Fortsetzung in der Gesellschaft und den Herzen der Menschen. So wie die beiden grossen Weltmächte mit dem egoistischen Interesse des jeweils anderen Blocks rechneten, verhält sich heute der Homo sapiens: sich selbst und anderen gegenüber.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.