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Rechte hetzen gegen Stefanie Sargnagel

Die Bachmann-Preisträgerin veröffentlicht einen satirischen Reisebericht und wird dann von Rechten und der «Kronen Zeitung» angefeindet. Als sie sich wehrt, wird sie von Facebook gesperrt.

Wurde schon einmal von Facebook gesperrt: Die Autorin Stefanie Sargnagel.
Wurde schon einmal von Facebook gesperrt: Die Autorin Stefanie Sargnagel.
Keystone

Die Autorin und Bachmann-Preisträgerin Stefanie Sargnagel wird seit Tagen vom österreichischen Boulevardblatt «Kronen Zeitung» und Akteuren der rechten Szene Österreichs angefeindet. Dies resultierte am Samstag in einer dreissigtägigen Sperre Sargnagels auf Facebook.

Alles begann, als die «Kronen Zeitung» einen satirischen Reisebericht Sargnagels und der Autorinnen Lydia Haider und Maria Hofer über Marokko kommentierte. Darin schrieben die Autorinnen unter anderem, sie hätten dreizehn Flaschen Wein getrunken und «mit dem Muezzin geschmust». Für die Reise bekamen die drei Frauen ein Stipendium, was der Kommentar als «Saufen und Kiffen auf Kosten der Steuerzahler» verdammte.

«Zwangssterilisieren diese Drecksau»

Dies führte zu einer Masse an sexistischen und kunstfeindlichen Postings in sozialen Medien, inklusive Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Auch die «Kärntner Kronen» Zeitung legte nach, indem sie Sargnagel etwa als «willig» bezeichnete. «Zwangssterilisieren diese Drecksau» - viele Postings gegen sie veröffentlichte Sargnagel auf Facebook. Nun ist die Künstlerin dort für dreissig Tage gesperrt, offenbar wurden massenhaft Meldungen gegen sie eingereicht.

Ob Sargnagel gegen die Richtlinien der Plattform verstossen hat, ist derzeit nicht bekannt. «Man hetzt gezielt gegen mich», sagt sie der «Süddeutschen Zeitung», «weil ich zu viel ausspreche, das reaktionären Männern missfällt. Ausserdem generieren alle Medien Klicks aus mir». Bereits vor einem Jahr wurde sie auf Facebook gesperrt, weil sie sich über die rechtsextreme Szene lustig gemacht hatte.

Sie hat ein dickes Fell, was sie auch braucht - Österreich war schon immer gut darin, seine eigenen Künstler zu verschmähen. (Süddeutsche Zeitung)

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