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«Putin ist wie ein Werwolf»

Der russische Schriftsteller Michail Schischkin über die Propaganda des Präsidenten, die Spaltung der Intelligenzija und den Krieg in der Ukraine.

«Als wirkliche Bedrohung betrachtet uns Putin kaum»: Bestseller-Autor Michail Schischkin.
«Als wirkliche Bedrohung betrachtet uns Putin kaum»: Bestseller-Autor Michail Schischkin.
Evgeniya Frolkova

Herr Schischkin, Sie haben das heutige Russland einmal als «Diktatur des 21. Jahrhunderts» bezeichnet. Wie unterscheidet sich ein solches Regime von herkömmlichen Diktaturen, etwa der früheren Sowjetunion?

Als Sowjetbürger bin ich ja noch in einer Diktatur des 20. Jahrhunderts aufgewachsen. Wir waren Sklaven des Regimes und das Regime brauchte uns, deshalb befand sich das ganze Land hinter Stacheldraht. Das System Putin basiert dagegen auf dem Verkauf von Erdöl und Gas ins Ausland. Putin braucht die Bevölkerung im Grunde überhaupt nicht mehr: Warum sollten die Herren im Kreml den Erlös der Rohstoffverkäufe mit einem Volk teilen wollen, das sie verachten?

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