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«Nichts lenkt zuverlässiger ab»

Karl Brunner hat ein Buch über Schönheit geschrieben. Attraktive Frauen seien schlechte Werbeträger, sagt der Historiker.

Sichtlich abgelenkt: Sophia Loren beäugt Kollegin Jayne Mansfield an einer Party. (Bild von 1957)
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Reuters
Schöne Symmetrie: Golden Gate Bridge vor San Francisco. (15. November 2006)
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Keystone
Ein zweifelhaftes Versprechen: Auto-Salon in Genf. (4. März 2015)
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Keystone
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Schönheit könne nicht hinterfragt werden und brauche keine Erklärungen, meinte Oscar Wilde. Sie haben nun trotzdem ein Buch darüber geschrieben. (lacht) Ich gebs zu, Wilde hat recht. Aber: Wie Schönheitsideale postuliert und instrumentalisiert werden – darüber kann man durchaus Bücher schreiben. Schönheit ist immer ein ausserweltlicher Begriff, den man nie eindeutig erfassen, dem man sich nur annähern kann, der Deutungen unterworfen ist. Wer die Definitionsmacht hat, bestimmt, was schön ist. In der Renaissance waren es die Fürsten, die den Untertanen bedeuteten: «Schaut, diese Venus, von der ich eine Statue anfertigen liess, ist schön. An ihrem Ideal sollt ihr euch orientieren.»

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