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Keiner weint um Agota Kristof

Da sass ein Genie in nicht besonders grossartigen finanziellen Verhältnissen – und kämpfte um sein Überleben. Und wir haben es sterben lassen.

Die bedeutendste Schriftstellerin der Schweiz ist tot. Und keiner weint. Ich kenne keinen der weint, ich sehe kein Denkmal, das für Agota Kristof errichtet wird, ich sehe keine Strassen nach ihr benannt, und falls es einen helvetischen Verdienstorden gäbe, hat sie ihn nie bekommen. Da sass ein Genie in nicht besonders grossartigen finanziellen Verhältnissen in Neuchâtel – seit Jahrzehnten – und kämpfte um sein Überleben. Und wir haben es sterben lassen.

Zu sperrig, zu komisch, zu wenig podiumstauglich war Kristof und einen Buchpreis hat sie auch nicht bekommen, den geben wir lieber einem feinen, mittelmässigen Autoren, einem, der nicht aus der Masse ragt. Was bin ich wütend. Wütend, wegen der vertanen Chance des Landes, stolz auf ein Genie zu sein, das hier gewohnt hat.

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