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Geht der Literaturnobelpreis nach Afrika?

Auch in diesem Jahr ist das Rätselraten um den Gewinner des Literaturnobelpreises gross. Von der Akademie kommt nur ein Hinweis.

2009 -– Herta Mueller. Begründung der Jury: «Herta Müller hat mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet.»
2009 -– Herta Mueller. Begründung der Jury: «Herta Müller hat mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet.»
Keystone
2008 -– Jean-Marie Gustave Le Clézio. Begründung der Jury: «Ein Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit ausserhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation.»
2008 -– Jean-Marie Gustave Le Clézio. Begründung der Jury: «Ein Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, dem Erforscher einer Menschlichkeit ausserhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation.»
Keystone
1998 – José Saramago (Portugal). Begründung der Jury: «Für sein Werk, dessen Parabeln die Menschen die trügerische Wirklichkeit fassen lassen.» (Quelle der Begründungen: Wikipedia)
1998 – José Saramago (Portugal). Begründung der Jury: «Für sein Werk, dessen Parabeln die Menschen die trügerische Wirklichkeit fassen lassen.» (Quelle der Begründungen: Wikipedia)
Keystone
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Am Donnerstag wird in Stockholm der Preisträger des Nobelpreises für Literatur bekanntgegeben. Schwedische Literaturkenner halten die Vergabe an eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller aus Afrika für wahrscheinlich. «Wir haben ein grosses Interesse für afrikanische Themen festgestellt», sagte Birgitta Jacobsson Ekblom, Pressesprecherin der Göteborger Buchmesse, die Ende September mit dem Schwerpunktthema Afrika stattfand. «Also könnte es ein afrikanischer Autor sein.»

Zwei Gäste der Messe, der Somalier Nuruddin Farah und der Kenianer Ngugi wa Thiong'o, seien mögliche Preisträger, sagte Jacobsson Ekblom und verwies darauf, dass die Jury-Mitglieder der Schwedischen Akademie jedes Jahr die Göteborger Buchmesse besuchten.

«Ich lag bisher immer falsch»

Jonas Axelsson vom schwedischen Verlag Albert Bonniers rechnete erneut mit einer Überraschung des Nobelkomitees, wie im letzten Jahr, als die deutsch-rumänische Schriftstellerin Herta Müller ausgezeichnet wurde. «Seit Jahren versuche ich es zu erraten, aber ich lag bisher immer falsch», sagte Axelsson.

Der einzige Hinweis, den die Akademie gebe, sei, dass der Preisträger Augenzeuge von weltweit bedeutenden Ereignissen sein sollte. Auch ein Journalist komme als Preisträger in Frage, sofern er wie der Anfang 2007 verstorbene Pole Ryszard Kapuscinski «ein Reisender, ein grosser Reporter» sei. Posthume Ehrungen vergibt die Schwedische Akademie nicht.

13 Jahre ohne Poesie

Auch ein Dichter könnte nach jahrelanger Pause mal wieder zum Zuge kommen. Zuletzt war 1996 mit der Polin Wislawa Szymborska der Bereich Poesie zum Zuge gekommen. «13 Jahre ohne Poesie! Das gab es noch nie in der Geschichte der Nobelpreise», schimpfte der Dichter Björn Haakansson im «Svenska Dagbladet». Er vermutete, der geringe kommerzielle Erfolg von Gedichten könnte bei der Entscheidung der Akademie eine Rolle spielen.

Jedes Jahr wieder werden dieselben Namen als mögliche Preisträger zitiert: der Syrer Adonis, der Koreaner Ko Un und der Schwede Tomas Tranströmer zählen dazu, die US-Autoren Philip Roth, Cormac McCarthy und Joyce Carol Oates, die Kanadierinnen Margaret Atwood und Alice Munro, der Israeli Amos Oz und der Peruaner Mario Vargas Llosa. Beim Wettanbieter unibet stand am Montagabend der Paraguayer Nestor Amarilla am höchsten im Kurs. Beim Anbieter ladbrokes hatte der Schwede Tranströmer die besten Werte.

AFP/jak

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