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Ewige Liebe trotz allem

In seinem neuen Roman «Léon und Louise» erzählt der Schweizer Autor Alex Capus die Geschichte seines Grossvaters: die Geschichte einer Liebe, die sich gegen die Weltgeschichte durchsetzen muss.

Von Martin Ebel

Diese Geschichte ist Alex Capus tatsächlich in die Wiege gelegt worden. Deshalb gestattet er sich selbst einen kurzen Auftritt, auf Seite 226, als 1961 ein Bübchen in der Pariser Kirche Saint-Nicolas du Chardonnet «auf meinen Namen getauft wurde». Auch beim Begräbnis des Grossvaters, 1986 in der Kathedrale Notre-Dame, nimmt er teil. Dieser Grossvater ist der Held der Geschichte. Er heisst darin Léon Le Gall, und natürlich kommt es nicht darauf an, wie viel von dem Erzählten tatsächlich passiert ist, sondern was der Erzähler daraus gemacht hat. Nicht der Stoff ist entscheidend in der Literatur, sondern seine Gestaltung. Immerhin ist solch ein Stoff einiges wert, wenn ein Autor ihn quasi gratis erhält. Der Gestaltungswille ist unübersehbar, und die Gestaltungskraft hält mit dem Willen Schritt.

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