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Die Seziererin

Rücksichtslos und bitterbös demontiert Elfriede Jelinek den gesellschaftlichen Status quo. Heute kommt in Zürich das neue Stück der Nobelpreisträgerin zur Uraufführung.

Umstrittene Nobelpreisträgerin: Autorin Jelinek.
Umstrittene Nobelpreisträgerin: Autorin Jelinek.
Frank Augstein, Keystone
Jelinek beschäftigt sich intensiv mit aktuellen Gesellschaftsfragen. (Undatierte Aufnahme)
Jelinek beschäftigt sich intensiv mit aktuellen Gesellschaftsfragen. (Undatierte Aufnahme)
Keystone
Jelinek nimmt sich auch grosser Kollegen wie Goethe oder Wilde an und aktualisiert deren Stücke.
Jelinek nimmt sich auch grosser Kollegen wie Goethe oder Wilde an und aktualisiert deren Stücke.
Roland Schlager, Keystone
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Wo ihre Stücke sind, da ist sehr häufig auch der Skandal. Zuschauer verlassen unter Protest die Aufführungen, immer wieder wird sie in Kommentar- und Leserbriefspalten als «Nestbeschmutzerin» beleidigt, als Perverse.

Noch immer ist die Wienerin hochumstritten, obwohl sie 2004 mit dem Literaturnobelpreis geadelt wurde. Dies, weil sie rücksichtslos hineinsticht in die restlichen Tabus und Missstände schärfer anprangert als alle anderen Theatermacher. Jelineks Themen sind dabei nicht überraschend, sondern stehen in der Zeitung: ob NS-Vergangenheitsbewältigung («Die Ausgesperrten», 1985) oder Pornografie («Lust, 1989»), ob Irakkrieg («Babel», 2005) oder Finanzkrise («Die Kontrakte des Kaufmanns», 2009). In der Wahl ihrer dramaturgischen Mittel ist sie unzimperlich, sie sucht den Schock; ihr Name steht für das postmoderne Blut-und-Sex-Theater.

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