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Die Lehren des Kirchenrebellen

Eugen Drewermann entrümpelt die christliche Dogmatik. Der Theologe predigt einen Glauben, der den Trost im Christentum neu leuchten lässt.

Der Paderborner Theologe Eugen Drewermann schwingt sich in seinem neuen Buch zur Höchstform auf. Man kann «Wendepunkte, oder: Was eigentlich besagt das Christentum?» durchaus als Summe seiner bisherigen Werke lesen. Und man ahnt sogleich, wieso ihm Rom das Lehren und priesterliche Feiern verboten hat. Provozierend und inspirierend zugleich löst der Rebell den hohen Anspruch ein, den er sich selber vorgibt: Er will die Theologie vom Kopf auf die Füsse stellen. Er will den totalen Perspektivenwechsel vollziehen von einem institutionell-äusserlichen zu einem existenziell-innerlichen Christentum.

So kämmt er in «Wendepunkte» Kapitel für Kapitel alle sechs Hauptfächer der klassischen Dogmatik von aussen nach innen: die Schöpfungslehre, die Erlösungslehre, die Lehre von Jesus Christus, die Lehre von der Kirche, die Lehre von den letzten Dingen und die Gotteslehre. Aus reichem Fundus schöpfend, führt er vor Augen, wie die Kirche in all diesen Disziplinen die mythischen Bilder des Glaubens verdinglicht und zu historischen Tatsachen macht. Wahr und wirklich ist für sie nur das objektiv Festgelegte und Festgestellte. Das Subjektive hingegen ist unsicher, eingebildet und unzureichend. Mit aller Konsequenz also entrümpelt Drewermann die Dogmensprache, die Existenzaussagen in Seinsaussagen überhöht.

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