Zum Hauptinhalt springen

«Die Dichter leben, die ‹Krrritikerr r ’› sterben»

Jawohl, bei dem Kritiker mit den vielen R denkt auch er an Marcel Reich-Ranicki. Der Kabarettist, Autor und Musiker Georg Kreisler (88) war in Bern. Auf der Bühne aggressiv, als Gesprächspartner sympathisch.

Grosse Brille und immer noch spitze Zunge. Vor seinem Auftritt kommentiert Georg Kreisler im Hotel Allegro-Kursaal das moderne Theater: «Wenn es uns nicht passt, gehen wir in der Pause.»
Grosse Brille und immer noch spitze Zunge. Vor seinem Auftritt kommentiert Georg Kreisler im Hotel Allegro-Kursaal das moderne Theater: «Wenn es uns nicht passt, gehen wir in der Pause.»
Walter Pfäffli

Der Mann ist voll da. Mit 88 ist er auf der Bühne immer noch ein Hundertprozenter. Georg Kreisler artikuliert zwei Stunden lang glasklar, keine Versprecher, keine Lücken, keine Aussetzer. Zwar hat ers mit den Beinen, eine Krankheit mit einem überaus komplizierten Namen. Jetzt kann er nicht mehr lange stehen und gehen. Als ihn das Publikum beim Schlussapplaus mehrmals auf die Bühne holt, muss er mühsam das Treppchen erklimmen. Zu hoffen ist, dass der Beifall der Zuschauer die Schmerzen übertönt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.