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Das Geständnis der Schweizer Schriftsteller

Über 250 Schweizer Autoren geben zu: «Auch ich inspiriere mich bei anderen». Es ist ihr Zeichen der Solidarität gegenüber dem Autoren Urs Mannhart, der sich mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sieht.

Dem Berner Schriftsteller wird «Diebstahl geistigen Eigentums» vorgeworfen: Urs Mannhart.
Dem Berner Schriftsteller wird «Diebstahl geistigen Eigentums» vorgeworfen: Urs Mannhart.

Noch vor Beginn der Verhandlung gegen den Autor Urs Mannhart wegen angeblichen Plagiats haben sich 267 Schreibende aus der Schweiz mit dem Kollegen solidarisiert. In einem Aufruf des Autorenverbands AdS gestehen sie: «Auch ich inspiriere mich bei anderen».

Mannhart sei «kein Plagiator, sondern ein rechtschaffener Schriftsteller, der sich der erlaubten freien literarischen Inspiration aus Quellen anderer bediente», heisst es in der Solidaritätsbekundung.

Wäre das Verfahren, Gelerntes und Gelesenes in der Literatur zu verwenden und mit der eigenen Phantasie zu vermischen ein juristisches Risiko, dann würde es bald keine Schriftsteller mehr geben. Der Aufruf wurde unter anderem von den Autoren Pedro Lenz, Peter Weber und Anne Cuneo sowie dem Literaturwissenschaftler Iso Camartin unterzeichnet.

Der österreichische Reporter Thomas Brunnsteiner hatte eine Klage gegen Urs Mannhart eingereicht, in der er dem Berner «Diebstahl geistigen Eigentums» vorwirft. Mannhart soll in seinem Roman «Bergsteigen im Flachland» an 114 Textstellen unerlaubt aus Reportagen von Brunnsteiner zitiert haben.

Das Handelsgericht gab Brunnsteiners Klage auf vorsorgliche Massnahmen statt und verbot vor zwei Wochen bis auf weiteres die Auslieferung und Bewerbung des Buchs wie auch Lesungen daraus. Der Kläger hat nun einen Monat Zeit, eine Klage vorzubereiten.

SDA/thu

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