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Aus den «Negerlein» werden «Messerwerfer»

Die Debatte um die Verwendung des Begriffs «Negerlein» im Kinderbuch «Kleine Hexe» von Otfried Preussler hat Folgen: Laut einem Bericht soll die Neuausgabe des Klassikers angepasst werden.

Die «Kleine Hexe» von Otfried Preussler hat es künftig nicht mehr mit «Negerlein» oder «Türken» zu tun, sondern stattdessen mit «Messerwerfern» und «Cowboys». Das berichtet die Tageszeitung «Die Welt» über die Ersatzfiguren für die heute als diskriminierend geltenden Begriffe wie «Negerlein».

Die Vorschläge für die Änderungen in der für den 15. Juli angekündigten Neuausgabe des Kinderbuchklassikers stammten teilweise noch von dem im Februar verstorbenen Preussler, schreibt das Blatt unter Hinweis auf die ihm vorliegende Neufassung des entsprechenden Kapitels.

Keine «Türken» und «Eskimofrauen» mehr

Preussler-Verleger Klaus Willberg vom Stuttgarter Thienemann-Verlag hatte bereits vor Monaten Änderungen angekündigt – und eine heftige Debatte ausgelöst.

In dem umstrittenen «Hexe«-Kapitel «Wollen wir wetten?» über eine Faschingsfeier im Wald sind laut «Welt» aus den «Eskimofrauen» der ursprünglichen Fassung nun «Indianerinnen» geworden. Der «Hottentottenhäuptling» habe sich zum «Seeräuber» gewandelt.

Auch die «Türken mit roten Mützen und weiten Pluderhosen» seien aus dem Text von 1957 verschwunden. Die Kinder von heute stellten sich unter Türken vielleicht Erkan & Stefan vor, nicht aber Morgenländer mit Fes, sagte Preussler-Tochter Susanne Preussler-Bitsch dazu der «Welt».

Preussler schlug Änderungen selbst vor

Preussler habe Ende 2012 selbst vorgeschlagen, «Negerlein» in «Messerwerfer» zu verändern und die von seinen Töchtern Regine Stigloher und Susanne Preussler-Bitsch vorgenommene Textänderung vor seinem Tod noch autorisiert, hiess es weiter.

Der am 18. Februar 89-jährig verstorbene Preussler hat mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher geschrieben, darunter «Der kleine Wassermann», «Der Räuber Hotzenplotz» und «Krabat». Seine Werke haben nach Angaben des Thienemann Verlags weltweit eine Gesamtauflage von rund 50 Millionen Exemplaren erreicht, die in über 300 Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen erschienen sind.

SDA/fko

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