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Vergessen Sie die kindliche Unschuld!

Das Migros-Museum für Gegenwartskunst zeigt, dass im Kinderzimmer die Superkapitalisten und Mörder von morgen heranwachsen.

Die penetrante Axe-Wolke schlägt einem schon an der Museumskasse entgegen. Gleich um die Ecke, im Eingangssaal des Migros-Museums, hat der Berliner Künstler Timur Si-Qin Dutzende ­Packungen des kultigen Duschgels auf Samuraischwerter gespiesst und den zähflüssigen Inhalt auf den Museums­boden «ausbluten» lassen. Die bunten Rinnsale, mittlerweile zu batikartigen Lachen getrocknet, riechen wie ein Teenager unterwegs zum ersten Date.

Ein hübsches Bild ist das für die Kollision adoleszenter Zartheit mit der ruppigen Erwachsenenwelt. Ein Phänomen, an dem sich die zeitgenössische Kunst offenbar gerne reibt: Im Löwenbräu sind nun 18 einschlägige Werke zu einem ­witzigen Parcours samt Publikation zusammengestellt worden. «Toys Redux» («Wiederbelebtes Spielzeug») nennt sich das Ganze – und bereits der Titel deutet an, dass die Thematik ihre Krallen bis weit ins Kinderzimmer ausstreckt.

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