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«Es war das Projekt meines Lebens»

Die Expo.02 wurde zu ihrer Enstehungszeit stark kritisiert. Zehn Jahre später kehrt der Geist der Landesaustellung zurück: Was bleibt ist viel Nostalgie.

Magische Augenblicke: Das künstliche Schilffeld auf der Arteplage in Neuenburg. (20. August 2002)
Magische Augenblicke: Das künstliche Schilffeld auf der Arteplage in Neuenburg. (20. August 2002)
Keystone
Viel Nostalgie: Zwei Besucher küssen sich im Pavillon "Oui!" auf der Arteplage in Yverdon-Les-Bains (17. Mai 2002)
Viel Nostalgie: Zwei Besucher küssen sich im Pavillon "Oui!" auf der Arteplage in Yverdon-Les-Bains (17. Mai 2002)
Keystone
«Immer noch bedanken sich Menschen bei uns»: Nelly Wenger war die Direktorin der Veranstaltung.
«Immer noch bedanken sich Menschen bei uns»: Nelly Wenger war die Direktorin der Veranstaltung.
Keystone
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Der Geist der Expo.02 ist am Samstagabend für einige Stunden nach Biel zurückgekehrt: Mehrere Hundert Personen - darunter die damalige technische Direktorin Nelly Wenger - erinnerten sich an einer Feier an die Eröffnung der Expo.02 vor zehn Jahren.

Auf Initiative der Vereinigung der ehemaligen Mitarbeitenden trafen sie sich im Schweizer Tourneetheater «Das Zelt». Der Anlass in Biel bot Gelegenheit, um Erinnerungen auszutauschen und sich an den besonderen Sommer vor zehn Jahren zu erinnern.

Die Landesausstellung kostete 1,58 Milliarden Franken und wurde damals auch massiv kritisiert: Die Finanzierung war alles andere als klar, die Organisatoren wurden mehrmals ausgewechselt, schlussendlich musste die Expo um zwölf Monate verschoben werden.

Rückblickend sieht einiges anders aus: «Die architektonischen Ikonen waren über das Land hinaus stilbildend und haben sich ins kollektive Gedächtnis der Schweizer eingebrannt», schreibt 20 Minuten Online.

Jedoch sagt die Historikerin Béatrice Ziegler gegenüber dem Portal, dass damals wesentliche Probleme gar nicht thematisiert wurden: «Bei Fragen wie Immigration, Arbeit oder Klimawandel ist die Expo.02 oberflächlich geblieben.» Sie hält der Expo.02 zugute, sie habe eine Entkrampfung des Verhältnisses der Schweizer zu ihrem Staat angestossen: Der Patriotismus sei dem Rechtsaussen-Lager entrissen worden.

Expo.02-Nostalgie

«Es war das Projekt meines Lebens», sagte Ex-Direktorin Wenger denn auch an der Veranstaltung zur Nachrichtenagentur sda. Die Zusammenarbeit, die harten Rückschläge, die Erfolge und die glücklichen Besucher - dies seien die stärksten Erinnerungen an damals.

Noch immer fühle sie eine Expo.02-Nostalgie, sagte Wenger. Diese komme unter anderem bei Begegnungen hoch, die sie auch zehn Jahre nach der Ausstellung mache. «Immer noch bedanken sich Menschen bei uns.»

Den Organisatoren der nächsten Expo empfiehlt sie, «auch trotz der Schwierigkeiten nicht aufzugeben». In ihren Augen sei das Konzept der Landesausstellungen weiterhin aktuell: «Die Ausstellung soll ihre Epoche widerspiegeln, ihren Zeitgeist.»

Über zehn Millionen Eintritte

Die Expo.02 hatte ihre Tore am 15. Mai 2002 geöffnet. Bis zum 20. Oktober 2002 wurden mehr als 10,3 Millionen Eintritte auf den Arteplages in Biel, Neuenburg, Murten FR und Yverdon VD gezählt.

Die nächste Expo könnte im Jahr 2027 stattfinden. Die Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau wollen sie gemeinsam durchführen. Nach dem Scheitern des Projekts «Gottardo 2020» sind die Chancen für eine «Expo Bodensee-Ostschweiz» intakt; allerdings muss der Bundesrat noch grünes Licht geben.

SDA/kle

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