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Donna Karan mit Kunstprojekt-Premiere

Der Fotograf Russell James und die Modedesignerin Donna Karan wollen mit der Europapremiere ihres Kunstprojekts «Nomad Two Worlds» in Berlin den Geist der Völkerverständigung stärken.

Wollen mit ihrem Kunstprojekt die Völkerverständigung stärken: Modedesignerin Donna Karan und Fotograf Russell James.
Wollen mit ihrem Kunstprojekt die Völkerverständigung stärken: Modedesignerin Donna Karan und Fotograf Russell James.
Keystone

Für den australischen Fotografen Russell James begann seine neue Reise mit einer Entschuldigung. 2008 hatte die australische Regierung um Verzeihung gebeten für die Gräueltaten an den Ureinwohnern. «Das war ein grosser Weckruf für mich. Ich merkte, dass ich in einem Vakuum gearbeitet hatte», sagte der Nachfahre englischer und norwegischer Einwanderer, der unter anderem mit Anzeigen für den Dessous-Hersteller Victoria's Secret bekannt wurde. Er begann, bei seinem Kunstprojekt «Nomad Two Worlds» mit indigenen Künstlern aus Australien, Amerika und Haiti zusammenzuarbeiten. Die Ausstellung sollte am Freitagabend in Berlin Europapremiere feiern.

Kernstück der Schau sind etwa 50 grossformatige Fotografien von nackten Frauen, Prominenten wie Sängerin Fergie oder aber Naturaufnahmen, die von den indigenen Künstlern bemalt wurden. Mittlerweile umfasst das Projekt aber auch den Verkauf von Kunsthandwerk aus Australien und Haiti, vor allem aus letzterem in Zusammenarbeit mit der Modedesignerin Donna Karan. «Das Projekt endet nicht einfach mit einem Kunstwerk. Es berührt dich durch jeden deiner Sinne», sagte die US-Designerin. Das Geld fliesse direkt in die Heimatländer der Künstler zurück.

Aha-Moment in der Wüste

Begonnen hatte James' Konzept eines Kunstprojekts für Versöhnung und Kooperation mit Clifton Bieundurry. «Der grosse Aha-Moment für mich war, als Clifton mit mir seine Werke und seine Kultur geteilt hat», erinnerte sich der Fotograf. Für Bieundurry vom Volk der Walmajarri, der in der Wüste im Nordwesten Australiens lebt, bot das Vorhaben die Chance, seine Landsleute einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. «Ich wollte Teil von 'Nomad' sein und durch Kunst, Musik und Filme eine Welt erschaffen helfen, in der wir einander besser verstehen und respektieren», sagte der Maler, der ebenfalls zur Eröffnung nach Berlin gereist war.

«Wie Donna immer sagt: Du musst das 'Ich' vergessen und das 'Wir' in den Mittelpunkt rücken. Es geht nicht darum, jemandem zu helfen, sondern um gegenseitigen Respekt», sagte James. Demnächst soll «Nomad Two Worlds» endgültig von einem Kunst- zu einem Wirtschaftsprojekt werden. Nach T-Shirts oder iPad-Hüllen arbeitet Russell derzeit an der Entwicklung von Düften aus australischen Bäumen. «Nomad» werde den lokalen Gemeinden helfen, ihre Produkte auf den Markt zu bringen und dadurch dauerhaft Arbeitsplätze zu schaffen.

Obwohl sie in derselben Branche tätig sind, hatten sich James und Karan erst 2008 kennengelernt. «Donna hat alles daran gesetzt, mir aus dem Weg zu gehen», scherzte James. Der Initiative der Designerin sei es zu verdanken, dass seit dem vergangenen Jahr auch haitianische Künstler in dem Projekt vertreten sind. «Jeder Mensch in Haiti ist ein Kunsthandwerker», sagte Karan, die erst am Mittwoch in dem Land war, um Produkte für die Berliner Schau abzuholen.

Auf zweien der Werke ist auch der australische Schauspieler Hugh Jackman («X-Men») abgebildet. Er und seine Familie wurden zur Eröffnung in der Alten Münze erwartet. Die Ausstellung ist vom 20. bis 28. August bei freiem Eintritt zu besichtigen.

dapd/dj

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