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Die Art Basel im Dilemma

Absagen? Verschieben? Marc Spiegler, der Direktor der Art Basel, bittet noch um etwas Geduld.

Art Basel Hongkong im Cyberspace: Ein Bild von Marc Desgrandchamps wird in einem Online Viewing Room zum Kauf angeboten. Preissegment: 50000 bis 100000 Dollar.
Art Basel Hongkong im Cyberspace: Ein Bild von Marc Desgrandchamps wird in einem Online Viewing Room zum Kauf angeboten. Preissegment: 50000 bis 100000 Dollar.

Für einen Anlass wie die Art Basel, an der mit überschüssigem Vermögen Kunst gekauft wird, ist die Corona-Krise eine dreifache Katastrophe. Nachdem an den Börsen rund dreissig Prozent der Werte vernichtet worden sind, fehlt vielen Sammlern schlicht das Geld, um in Kunst zu investieren. Zudem werden manche von ihnen mit der Bekämpfung der Krise alle Hände voll zu tun haben, sodass ihnen der Sinn kaum nach Kunstkäufen stehen dürfte. Schliesslich machen die Reisebeschränkungen und das Versammlungsverbot zur Eindämmung der Corona-Epidemie einen Event, der jährlich 100'000 Besucher nach Basel gebracht hat, zumindest in den kommenden Monaten unmöglich. Auch bis zum Juni wird sich die Lage nicht so normalisiert haben, dass eine Kunstmesse durchgeführt werden könnte.

Allerdings steht der Entscheid bei der Art Basel, die vom 18. bis zum 21. Juni stattfinden soll, noch aus. Noch habe man sich nicht entschieden, ob die Kunstmesse verschoben werde, sagt der Direktor der Art Basel, Marc Spiegler gegenüber Tamedia. Aber man sei sich der schwierigen Bedingungen bewusst. Zurzeit liefen Gespräche mit den Galeristen, die sich für den geplanten Anlass angemeldet haben. Es geht dabei unter anderem um die Möglichkeit, die Messe in den Herbst zu verschieben.

Die Messe im Internet

Anstelle der Art Basel Hongkong findet in diesen Tagen eine virtuelle Messe statt, auf der die Galerien, die sich für Hongkong angemeldet hatten, ihre Ware darbieten. Das neuartige Ereignis im Internet erfreute sich am Mittwoch in den ersten Stunden grossen Zuspruchs, sodass zeitweise die Website zusammenbrach und gar nichts mehr lief. Nachdem die Techniker die Probleme behoben hatten, konnte man sich aber in aller Ruhe von zu Hause aus ein Bild machen von den sogenannten Viewing Rooms, in denen jede der rund 250 Galerien zehn Kunstwerke ausstellen kann.

Jeder Viewing Room wird mit dem Foto eines Raums eröffnet, in dem eine leere Bank den Besucher zum Verweilen einlädt. Dahinter ist eine Wand, auf der die Galerien ein Bild um das andere präsentieren. Die Kunstwerke werden in der rechten Seitenleiste des Bildschirms mit Namen, Dimensionen und Preis beschrieben. Wer will, kann ein Bild heranzoomen, von manchen gibt es auch Detailaufnahmen. Wer sich für einen Künstler interessiert, der ist mit einem Klick auf einer Seite, auf der alle Werke aufgeführt sind, die von diesem Künstler an der Art Basel gezeigt worden sind. Für Kaufinteressenten gibt es ein Feld, das einen per Mausklick zu einem Mail-Formular führt, auf dem man den genauen Preis anfragen und mit der Galerie ins Geschäft kommen kann.

Im Netz fehlt einem freilich so ziemlich alles, was den Besuch einer realen Messe reizvoll macht. So hat es weder originale Kunst noch reale Verkäufer, die einen zum Kauf animieren könnten, ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die normalerweise die Gänge und Kojen fluten, sich als Käufer in einem Wettbewerb befinden und oft mehr zum Messeereignis beitragen als die Kunst selbst.

Für Marc Spiegler ist klar, dass sich das Format der Internet-Kunstmesse noch verbessern kann. Die Art Basel, aber auch die Galerien, die sich auf dem Internet zeigen, werden noch viel zu investieren haben. Andererseits waren die Online Viewing Rooms immer als Ergänzung zu der realen Messe gedacht und nicht als Ersatzveranstaltung, wie Spiegler erklärt.

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