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Das Weisse im Auge des Anderen

Die rumänische Choreografin Alexandra Pirici lässt rund 60 Performer auf die Art-Besucher los. Wer will, kann über Stunden hautnah mit einem sich ständig verformenden Kunstwerk zusammen sein.

Stephan Reuter
Von A wie Affe bis Z wie Zivilist: Szene aus Alexandra Piricis Performance «Aggregate» an der Art Basel.
Von A wie Affe bis Z wie Zivilist: Szene aus Alexandra Piricis Performance «Aggregate» an der Art Basel.
Pino Covino

Es ist weiss hier drin. Ziemlich weiss. Heiss übrigens auch. Vor allem wenn die Junisonne auf das spacige Igluzelt vor dem Basler Messeturm niederbrennt. Es sieht dann umso merkwürdiger aus, wenn metro­politane Weltbürger mit Art-Stoffsack am Ärmel durch die Drehtürschleuse schlüpfen, den Allerwertesten ­artig auf einer Podestkante parkieren, sich im Zaungastmodus in die Ecken drücken (was in einer Halbkugel noch anspruchsvoll ist) und – Achtung, jetzt kommt das Merkwürdige – von jungen Menschen in Workout-Tenüs ins Primatenrudel eingemeindet werden. Die postieren sich nämlich hinter einem, diese jungen Menschen, stützen sich wie die Schimpansen auf Fäuste und Kniescheiben, heben die ­Gesichter unerschrocken auf Allerwertestenhöhe, in so gerade noch nicht justiziablem Abstand.

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