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Reich-Ranicki ein «Vollpfosten», Elke Heidenreich bald arbeitslos?

Nun gehts rund. Während ZDF sich von Elke Heidenreich distanziert, schiessen Günther Grass und Dieter Bohlen gegen Reich-Ranicki.

Wer das Fernsehen kritisiert, kriegt Zuspruch, aber keine Quote, das ist eine gängige Weisheit. Stimmt nicht ganz. Die Generalschelte des Grosskritikers Marcel Reich-Ranicki erhitzt nun schon seit einer Woche die Gemüter und das deutsche Feuilleton schindet mit den Angriffen und Gegenangriffen munter Zeilen.

Pünktlich zur heute Abend übertragenen Fernsehdebatte zwischen Gottschalk und Reich-Ranicki schalten sich auch zwei Grosse der beteiligten Branchen ein. Und sie sind nicht gnädig gestimmt. Dieter Bohlen etwa, Brachialkritiker bei «DSDS» und «Poptitan», schoss eine Breitseite gegen den «Literaturpapst» ab. Reich-Ranicki sei unglaubwürdig, sagte er. Schliesslich sei er nicht als «Vollpfosten» zur Fernsehpreis-Gala gegangen und habe gewusst, was ihn erwarte, meldet Spiegel online. Ausserdem maulte Bohlen, habe Ranicki selbst die ganze Branche «Dreck» genannt, was ja auch nicht sonderlich differenziert sei.

Günther Grass, der Grossliterat, der wegen seiner braunen Vergangenheit jüngst selbst im Kreuzfeuer der Kritik war, warf reich-Ranicki dazu vor, er habe mit seinem «Literarischen Quartett» höchstselbst die Literaturkritik trivialisiert.

Dass man den eigenen Arbeitgeber nicht in aller Öffentlichkeit angreifen sollte, musste auch Elke Heidenreich erfahren.

Nach ihrem scharfen Angriff in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» auf das ZDF, forderte sie bei der Verleihung eines Medienpreises am Dienstag einen besseren Sendeplatz für ihre Sendung «Lesen».

Doch beim ZDF ist man zurzeit wenig geneigt, dieser Forderung nachzukommen. Im Gegenteil. Im Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» zeigt sich Programmchef Thomas Bellut befremdet von Heidenreichs Verhalten. Sie liege nicht nur inhaltlich falsch, sie habe sich auch im Ton vergriffen, sagt er sinngemäss. Und: «Selbstverständlich kann ich nicht zulassen, dass ein Kollege wie Thomas Gottschalk so unfair attackiert wird, zumal die Attacke ungerecht und ungerechtfertigt war. Ich frage jetzt mal Frau Heidenreich: Können Sie denn überhaupt noch für einen Sender arbeiten, den Sie ja so schrecklich finden?»

Heidenreich selbst sagte am Dienstagabend zur Causa, manchmal denke sie sich: «Hättest du bloss die Klappe gehalten». Doch dann gehe sie zu Bett und es werde wieder hell. Fragt sich nur, wie lange noch.

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