Jetzt habt ihr das Geschenk!

Die Kulturredaktion der BaZ empfiehlt Nützliches, Schönes, Lustiges, Kluges, Bemerkenswertes.

Lassen Sie sich von den Geschenkideen der Kulturredaktion inspirieren.

Lassen Sie sich von den Geschenkideen der Kulturredaktion inspirieren.

(Bild: iStockphoto)

Ein Märchen für Skeptiker

Mit «The Princess Bride» gelang dem amerikanischen Regisseur Rob Reiner 1987 ein Film, der das Märchengenre auf eine mitreissende Art und Weise veralbert. Im Mittelpunkt der Haupthandlung stehen die Jungfrau Buttercup (Robin Wright) und der Stallbursche Westley (Cary Elwes), dieihre Liebe gegen allerlei Monster und Schurken verteidigen müssen.

Das klingt ziemlich öde, befindet der kleine Junge in der Rahmenhandlung, der die Geschichte von seinem Grossvater (Peter Falk) vorgelesen bekommt. Aber je surrealer und wilder Buttercups und Westleys Abenteuer werden, desto mehr will der Junge doch darüber erfahren.

Dem Kinopublikum geht es ganz ähnlich, begeistert «The Princess Bride» doch mit skurrilem Humor und vielen ironischen Brechungen. Ein Kinderfilm, den man bedenkenlos auch an Erwachsene verschenken kann. (nj)

Ein Beitrag zur Bildung

Sie besitzen schon alles, was Sie brauchen? Schenken Sie einem Kind eine Zukunft. Sie wissen nicht, was Sie dem Vater oder der Mutter schenken sollen? Beglücken Sie die Eltern mit einer Patenschaft für ein Kind in einem Entwicklungsland. Dafür gibt es Plan International Schweiz. Der monatliche Betrag für eine Patenschaft beträgt ab 45 Franken. Mein Patenkind heisst Estina und wohnt in Haiti; ich habe eine Akte und Fotos von ihr, wir können uns schreiben.

Es gibt auch einzelne sinnvolle Geschenke, etwa eine Ziege für eine Familie in Kenia für 50 Franken. Plan International Deutschland hat einen umfangreichen Onlineshop mit zertifizierten Geschenken, vom Obstbaum für 34 Euro bis zum Berufsstarter-Paket für grüne Kleinunternehmen (260 Euro). Insbesondere gefördert werden Mädchen. Je gebildeter sie sind, desto weniger Kinder bekommen sie. An den Frauen Afrikas hängt auch die Zukunft Europas. Darüber hinaus kann man im Shop Produkte für sich selbst kaufen (Fair Trade, Handmade, Upcycling).

Am meisten Freude aber macht eine Patenschaft. Warum nicht dem eigenen Kind eine Patenschaft für ein Kind in einer armen Region schenken? Plan International stellt einen direkten menschlichen Kontakt her und weckt Interesse und Verantwortungsbewusstsein. (chr)

Kinderpatenschaften: www.plan.ch www.patenvergleich.de

Eine ganz besondere Sammlung

Abba ist eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Fast jeder kennt die Texte zu Songs wie «Mamma Mia», «Dancing Queen», «Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)» oder «The Winner Takes It All». Und spätestens seit dem Erfolgsmusical «Mamma Mia» und den Filmadaptionen ist Abba auch den jüngeren Generationen ein Begriff. Die Lieder der Band haben einen festen Platz in der Musik unserer Gesellschaft. Und die Verkaufszahlen der Band sprechen für sich. Laut Schätzungen wurden zwischen 140 und 550 Millionen Tonträger verkauft.

Jedoch hat die Band einiges mehr zu bieten als nur die Hits aus dem Musical. Die Bandbreite an Songs ist riesig. Nicht umsonst brachten Abba zwischen 1973 und 1981 acht Alben auf den Markt.

Für diejenigen, die die volle Bandbreite der Musik von Abba entdecken oder einfach in Erinnerungen schwelgen wollen, gibt es von Orell Füssli eine Albumbox mit allen acht Studioalben. Ausserdem ist eine Bonus-CD in der Box. Auf dieser sind Bonussongs der Band. Damit hat die Box einen Umfang von insgesamt neun CDs. (amo)

Abba: «The Albums». Box mit 9 CDs. Orell Füssli, ca. Fr. 80.

Mord auf dem Silbertablett

Das beste Geschenk ist doch immer noch gemeinsame Zeit – stimmts? Dann legen Sie doch 29.90 Franken auf Ihre Weihnachts- oder Silvesterparty drauf, und servieren Sie Ihren Gästen einen Mord zum Hauptgang. Mit den Krimi-Dinner-Spielen für zu Hause des Herstellers Culinario Mortale wird der Esstisch zum Tatort und Ihre Verwandten und Freunde zu potenziellen Mordverdächtigen.

Ziel des Spiels ist es, den Täter zu überführen. Dafür tragen alle Mitspieler die Erinnerungen ihrer Rolle, welche ihnen im Voraus zugeteilt wurden, zusammen. Aber Achtung: Jede Figur hat dunkle Geheimnisse, welche sie nicht preisgeben möchte. Das gesellige Spiel für 5 bis 7 Spieler setzt auf Kommunikation und lässt kein peinliches Schweigen aufkommen. Zudem handelt es sich nicht um ein Geschenk, das allmählich im Regal verstaubt, sondern um eine kurzweilige Mörderjagd, die sich nach einem Abend erledigt hat. In der Ausgabe «Mord nach Rezept» müssen Sie den Mord Ihres Freundes Georg – einer der besten Köche des Landes – aufklären. Garantiert ein Mordsspass für die ganze Partygesellschaft. (rap)

Culinario Mortale: «Morden nach Rezept». Krimi-Dinner für zu Hause, ca. Fr. 30.

Einstürzende Neubauten

In Zeiten, in denen Gross und Klein, Alt und Jung, Frau und Mann nur noch auf ihr Handy starren, tut etwas Gruppenbildendes not. In Zeiten, in denen Plastik verpönt ist, weil schmutzig in Herstellung und Abbau, ist unbedingt der Werkstoff Holz vorzuziehen. In Zeiten, in denen – wie zu Weihnachten– die Nerven angespannt sind, kann ein Spiel, bei dem es um eine ruhige Hand und scharfen Verstand geht, nicht falsch sein.

«Tummple» heisst das Spiel. Anleitung? Easy. Auf einer vorbestimmten Grundfläche müssen die Holzklötzchen so verbaut werden, dass es möglichst nicht kracht. Der Würfel gibt vor, welche Seite des Klötzchens aufliegen muss. Und gelbe und weisse Steinchen wirken blockierend. Der Tscholi, der das Pech hat, dass bei seinem Bauvorgang die Konstruktion falliert, muss all die Klötzchen, die gefallen sind, als Minuspunkte einstreichen. Der schlechteste Baumeister verliert.

Kürzlich zum ersten Mal gespielt. Bilanz: Schon lange nicht mehr so gelacht! (mw)

Bruce Shadorf: «Tummple», Spiel für Leute ab 8 Jahren, ca. Fr. 20.

Quicklebendiger Beethoven

Noch bevor das Beethoven-Jahr begonnen hat – 2020 jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 250. Mal –, kennt es bereits einen Höhepunkt: die Gesamteinspielung von Beethovens Klaviersonaten durch Igor Levit. Der Pianist geht das «Neue Testament» der Klavierliteratur mit einem solchen Elan, einer solchen Musizierfreude an, dass er sich bisweilen selbst zügeln muss. Diesen Eindruck erweckt der 32-Jährige etwa zu Beginn der «Waldstein-Sonate», wenn er mit einem Sturmlauf loslegt und diesen kleinlaut mit sanft hingetupften Akkorden beendet. Es vergeht kaum eine Melodie, der er nicht einen dramatischen Dreh oder eine spezielle Färbung verleihen würde.

Und diese Impulsivität ist nicht etwa das Ergebnis mangelnder Sorgfalt. Der Klang ist transparent, jede Bewegung nachvollziehbar. Levit hat eine solche technische Meisterschaft erreicht und die Musik in einem Mass durchdrungen, dass er nunmehr Narrenfreiheit bei Beethoven geniesst. Wir lernen den fast 249-jährigen Komponisten gerade erst kennen. Levit sei Dank. (bor)

Igor Levit: «Ludwig van Beethoven. The Complete Piano Sonatas». 5 CDs, Sony Classical, ca. Fr. 96.

Mondhelle Verse

Zwei Literaturprofessoren lehnen an der Balkonbrüstung einer Villa am See und blinzeln schweigend in die schwedische Mitternachtssonne. Bis der eine seufzt: «Ach ja, die Literatur von heute ist eine einzige Enttäuschung.»

Die Szene ist nicht erfunden, der Gelehrte sei entschuldigt, er galt in Studentenkreisen als letzter Wikinger und ist inzwischen verstorben. Sein Kulturpessimismus hingegen lebt. Selbst Leute, die ächzende Bücherregale ihr Eigen nennen, neigen zu der Ansicht, es gebe heute keine Dichter mehr. Voilà, hier ist jemand, noch dazu eine Dichterin: Maren Kames, 35 Jahre jung, geboren in Überlingen (See!), wohnhaft in Berlin. Ihr zweiter Gedichtband ist auf schwarzen Seiten gedruckt (Mitternacht!), enthält allerdings nur wenige sonnige Gedanken, dafür scheinen einem die Verse mondhell direkt ins Gemüt. Der Titel passt zu dieser Leseerfahrung, heisst «Luna luna», und wer sich über so divergente Inspirationsquellen wie Annie Lennox und William Shakespeare wundert, dem sei gesagt, dass Maren Kames auch eine wunderbare Englisch-Übersetzerin ist. Ein Buch, in dem die Nacht nie zu finster wird. (sr)

Maren Kames: «Luna luna». 112 S., Secession-Verlag 2019, ca. Fr. 48.

Schönere Schrift schenken

Früher an Geburtstag oder Weihnachten hatte ich hin und wieder Glück, und meine Grossmutter steckte mir ein Couvert mit einem Zwanzigernötli in die Hand. Die Möglichkeiten, die sich dann boten, schienen unbegrenzt. Doch nicht nur das Nötli war besonders. Auch das Couvert war speziell: Darauf stand mein Name in wunderschöner Schrift geschrieben. Kalligrafie, das war nur eine von vielen Fähigkeiten meiner Grossmutter. Ihre säuberlichen Einträge in den Fotoalben, die kunstvoll gestalteten und beschrifteten Weihnachtskarten waren ein Highlight. Deshalb würde ich heute, in einer Zeit, in der die Handschrift immer mehr verloren geht, einen Kalligrafie-Kurs verschenken. Nicht nur weil es einfach schön ist, eine sorgfältig von Hand geschriebene Karte zu erhalten, sondern auch weil ein mit Feder und schöner Tinte versehener Umschlag mit etwas Kleingeld darin das viel schönere Geschenk hergibt. Denn nachdem das Geld verprasst ist, liegt das Couvert als Erinnerung immer noch in einer Schublade – zumindest bei mir ist das so. (vdb)

Schweizerische Kalligrafische Gesellschaft: Laufend Kurse in Basel und Münchenstein, 10 Lektionen ca. Fr. 450. www.swiss-kalligraphie.ch

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