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Vom Stummfilm über den russischen Klassiker bis zum feministischen Porno«Komm, wir gehen in den Keller»

Baiba Bondare, Dominic Schmid und Fabio Feller (v.l.) von der Videothek Les Videos in der Zürcher Altstadt.

Leihen die Leute in der Pandemie anders aus?

Bondare: Ja. Sie suchen jetzt öfters die bekannten, bewährten Sachen, die Klassiker. «Casablanca», Filme mit Audrey Hepburn und alte Western, aber auch ältere Serien wie «Mit Schirm, Charme und Melone» oder «Die Nanny». Unser Laden funktioniert manchmal wie eine Apotheke: Jemand hat genug vom Elend des Alltags und möchte etwas Beruhigendes. Also geben wir ihm etwas Beruhigendes.

Schmid: Dann gibts aber auch die Masochisten. Die wollen jetzt die ganzen Pandemiefilme sehen, «Contagion» von Steven Soderbergh etwa. Zombiefilme sind auch begehrter als sonst, scheint mir.

Feller: Was ich persönlich ja nicht nachvollziehen kann. Filme, die mich mit ihren manipulativen Plots quälen wollen: So was brauche ich nicht. Filmmasochismus, das verstehe ich nicht. Viel lieber zum siebten Mal denselben Tarkowski schauen, der mir dann Bilder gibt, über die ich nachdenken kann.

Schmid: Du sagst, du seist kein Masochist, schaust dann aber siebenmal denselben Tarkowski…

Feller: Sicher. Tarkowski, das ist Meditation.

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