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Im FokusKlare Worte mit Folgen

Luzerns Goalie Marius Müller, der am Mittwoch zum Jahresabschluss den FC Basel empfängt, hat am Sonntag vor laufender TV-Kamera die Schweizer Schiedsrichter kritisiert. Das könnte ihn nun teuer zu stehen kommen.

Der Deutsche Marius Müller sorgte abseits des Rasens für Aufsehen.
Der Deutsche Marius Müller sorgte abseits des Rasens für Aufsehen.
Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)

Zumeist sind es Floskeln. Wenn Fussballer unmittelbar nach Abpfiff vor ein Mikrofon stehen, geben sie in den seltensten Fällen Substanzielles von sich. Es ist die Rede von «wichtigen drei Punkten», «egal, wer die Tore schiesst» oder «wir müssen nun bereits auf das nächste Spiel schauen».

Anders am letzten Sonntag, da der FC Luzern bei Lausanne 1:2 verliert. Marius Müller, der Schlussmann der Luzerner, nutzt die Plattform der Schweizer Medien, um verbal gegen die Unparteiischen der Nation zu wettern. Er habe sich gegen die Waadtländer wiederholt benachteiligt gefühlt. Müller sagt etwa: «Ihr habt einen guten Schiedsrichter in der Schweiz. Es gibt Leute, welche die Schiedsrichter schulen sollten. Das scheint nicht zu funktionieren.»

Der Rundumschlag gegen die Unparteiischen hat nun Folgen. Am Montag hat die Swiss Football League ein Verfahren gegen den 27-Jährigen eröffnet. Das Urteil steht noch aus. Von einer Geldbusse bis hin zu einer Sperre ist die Bandbreite an Sanktionen gross. Doch es gibt auch Zuspruch für Müllers klare Worte. Cabral, der Basler Stürmer, der Müller am Mittwoch im letzten Ernstkampf des Jahres bezwingen möchte, reagiert auf einem Instagram-Kanal mit einem Wort auf Müllers Schiedsrichter-Schelte: «Perfect.»

Die möglichen Aufstellungen.
Die möglichen Aufstellungen.
Grafik: BaZ
8 Kommentare
    Mick Brisgau

    Nun sind wir schon so weit, dass wenn mal einer sich getraut, etwas mit Substanz zu sagen, dieser gleich ein Verfahren am Hals hat. Das zeigt ja nur, wie nichtssagend normale Fussballerinterviews sind und wie weit der Fussball von einer gesunden Realität weg ist.