Zum Hauptinhalt springen

Ins Denkmalverzeichnis aufgenommenKanton rettet «La Torre» vor dem Abriss

Die Basler Regierung stellt das frühere Traditionsrestaurant unter Denkmalschutz. Wie die Liegenschaft aber künftig genutzt wird, ist Sache des Eigentümers.

Das La Torre steht seit 1926 am höchsten Punkt der Stadt Basel. Von der früheren Traditionsbeiz ist aber nicht mehr viel zu erkennen.
Das La Torre steht seit 1926 am höchsten Punkt der Stadt Basel. Von der früheren Traditionsbeiz ist aber nicht mehr viel zu erkennen.
Foto: Nicole Pont

Die Hartnäckigkeit des Neutralen Quartiervereins Bruderholz hat sich am Ende gelohnt. Lange hat er um den Erhalt des La Torre gekämpft – und gewonnen. Das Restaurant an der Reservoirstrasse 240, das seit 1926 am höchsten Punkt der Stadt Basel steht und in dem jahrzehntelang Ausflügler und Quartierbewohner einkehrten, darf nicht abgerissen werden. Die Basler Regierung hat die Liegenschaft ins kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das Gebäude sei ein Zeugnis der Basler Sozial- und Kulturgeschichte und im Ensemble mit dem Wasserturm und der historischen Grünanlage auf dem Bruderholz städtebaulich wertvoll. Es verfüge zudem über eine identitätsstiftende Wirkung für das Bruderholz und verleihe dem Ausflugsort noch heute Anziehungskraft.

Die Traditionsbeiz ist seit rund drei Jahren geschlossen. Der Eigentümer Helmut Gravschitz wollte es abreissen lassen und Eigentumswohnungen bauen. Aus diesem Grund hatte er die Liegenschaft aus dem Inventar der schützenswerten Bauten entfernen lassen und mit der Räumung begonnen. Zeitweise glich der Garten einer Abbruchhalde. Bei den Anwohnern regte sich aber Widerstand, und der Quartierverein fing an, Unterschriften für eine Petition zu sammeln. Die Forderung: Das La Torre soll unter Schutz gestellt werden, weil es sowohl kultur- als auch sozialhistorisch relevant sei. Die Freiwillige Basler Denkmalpflege war ebenfalls sehr aktiv.

Nur der Erhalt ist gesichert

Die Bemühungen hatten ihre Wirkung: In einer Beratung im Juli 2019 kam der Denkmalrat zum selben Schluss wie der Quartierverein. Er versuchte, mit dem Eigentümer einen Schutzvertrag abzuschliessen, scheiterte aber und beantragte schliesslich dem Regierungsrat, das Gebäude samt Gartenanlage und Wasserturm unter Schutz zu stellen.

Mit dem Eintrag ins Denkmalverzeichnis ist aber erst der Erhalt der Liegenschaft gesichert. Wie sie künftig genutzt werden soll, bleibt Sache des Eigentümers. Er ist einzig verpflichtet, das Objekt in Stand zu halten. Der Wunsch des Quartiervereins und damit auch das eigentliche Ziel der Petition war es, dass aus dem Gebäude wieder ein Restaurationsbetrieb wird. Immer wieder haben Mitglieder des Vereins versucht, mit Helmut Gravschitz ins Gespräch zu kommen, um ihn von seinen Plänen abzubringen. Dieser reagierte aber weder auf Anrufe noch auf Schreiben.

Es gab auch Interessenten, die das Restaurant betreiben oder gar kaufen wollten. Zum Beispiel Werner Schneeberger, der frühere Geschäftsführer des FC Basel. Auch seine Anfrage blieb unbeantwortet. «Der Eigentümer scheint offensichtlich nicht am Fortbestand eines Restaurantbetriebs interessiert zu sein», schrieb er vor einem Jahr dieser Zeitung.

Die Liegenschaft wurde nach Plänen der namhaften Basler Architekten Rudolf Suter und Otto Burckhardt erbaut. In den 1920er-Jahren gründeten die Schwestern Auguste und Helene Keuerleber die alkoholfreie Kaffeehalle «Grand Café Batterie», die sie über 25 Jahre führten.

14 Kommentare
    D. Eugster

    Staatliche Verhinderungstaktik hat leztlich auch dazu geführt, dass das benachbarte ehemalige Restaurant Batterie zwar abgerissen wurde und das Grundstück seit Jahrzehnten als Brache existiert. Bin gespannt, wie's mit dieser Immobilie weitergeht.