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Nachdem wir sterbenKann man den Tod überleben?

Nahtoderlebnisse, Wiedergeburten, Geistererscheinungen: Die Netflix-Serie «Jenseits des Todes» beschäftigt sich mit dem Übernatürlichen und spendet dabei Zuversicht.

Glauben Sie an Geister? Diese Serie könnte Sie überzeugen.
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Foto: Stefano Pollio 

Sie hatte es mit eigenen Augen gesehen und doch gute Gründe, nicht ans Jenseits zu glauben. Vor 20 Jahren machte Mary Neal eine Kajaktour in Chile. An einem Flussabschnitt mit vielen Wasserfällen, auf den sie sich besonders gefreut hatte, passierte das Unglück: Nach einem unerwartet hohen Sturz verkeilte sich ihr Boot drei Meter unter Wasser.

Neal spürte ihre Knochen brechen, als die Strömung sie auf das Kajak drückte. Doch sie hatte weder Schmerzen noch Angst. Dann starb sie – «Mein Geist löste sich von meinem Körper und stieg zum Himmel auf». Dort sei sie von unbeschreiblichen Wesen begrüsst worden, die ihr etwas anvertrauten, das die dreifache Mutter für immer verfolgen würde.

Nach 30 Minuten ohne Sauerstoff waren Mary Neals Überlebenschancen gleich null. Doch sie kehrte zurück, öffnete ihre Augen und schaffte die Rehabilitation, ohne kognitive Schäden davonzutragen. Die Botschaft aus dem Jenseits lastete seither schwer auf ihrem Herzen: Ihr ältester Sohn würde jung sterben, hatten ihr die Wesen mitgeteilt.

Jeder Versuch, nicht an die Echtheit ihrer Erfahrung zu glauben, stellt sich als hoffnungslos heraus, als ihr Sohn Willie mit 20 Jahren von einem Auto angefahren wird und stirbt.

Kontakt zum Jenseits

Mary Neal ist nicht die Einzige, die eine rational unerklärbare Verbindung zur Welt der Toten hat. In der Netflix-Serie «Jenseits des Todes» erzählen Zurückgekehrte, Hinterbliebene, Medien und Wissenschaftler von ihren Erfahrungen mit dem Jenseits und seinen Bewohnern. In sechs Teilen widmet sich die Serie Nahtoderlebnissen, Geistern und Reinkarnationen.

«Das Medium hat mir Trost gegeben, den ich nie anders hätte bekommen können.»

Der Tod ist für die meisten Menschen unbegreiflich, und doch ranken sich seit Menschengedenken Mythen und Fragen um unsere physische und seelisch-energetische Existenz: Was passiert mit uns, nachdem wir gestorben sind? Müssen wir uns vor dem Tod fürchten?

Laut der Netflix-Serie nicht. Es ist tröstlich, zu hören, dass sich das Jenseits scheinbar warm, liebevoll und sorgenfrei anfühlt. Ebendiesen Trost suchen Tausende Hinterbliebene bei einem Medium. Es werden mediale Sitzungen gezeigt, die einen skeptisch aufhorchen lassen, und weitere, die einen ins Staunen versetzen.

Doch unabhängig davon, ob man selbst daran glaubt, dass man mit den Toten Kontakt aufnehmen kann, ist die emotionale Erleichterung bei den Trauernden nach einer solchen Sitzung nicht zu übersehen.

«Die Sitzung mit dem Medium hat mir Trost gegeben, den ich nie anders hätte bekommen können», sagt eine Mutter, die ihre jugendliche Tochter verloren hat. Das Medium hatte sie auf einen Anhänger aufmerksam gemacht, welcher den Fingerabdruck ihrer Tochter abbildet. Die Mutter solle ihren Finger darauf legen. Ihre Tochter teile ihr daraufhin aus dem Jenseits mit: «So nah bin ich dir – immer.»

Die Netflix-Serie berührt stellenweise zutiefst, stimmt den Zuschauer oft nachdenklich und grenzt dann wieder an eine Gruselgeschichte (weshalb die Serie für Personen unter 13 Jahren nicht geeignet ist). In «Jenseits des Todes» erfahren Sie zudem, wie ein amerikanischer Knabe sich an sein früheres Leben als Kampfpilot erinnerte, Verstorbene mit ihrer Familie Kontakt aufnehmen und man Handabdrücke von Geistern machen konnte.

8 Kommentare
    Jessica S.

    Ich finde die Netflix Doku sehr spannend, man kann davon halten, was man will, aber einigen die sich mit dem Tod oder dem Leben nach dem Tod auseinanderdetzen, gibt es einen Halt oder sie finden Trost.

    Jeder Mensch ist da etwas anders.

    Was wir gemeinsam haben ist doch, das wir alle nicht genau wissen, wie es nach dem Tod weitergeht.

    Darüber gemeinsam zu sinieren und dabei sich gegenseitig zu respektieren, habe ich bisher immer als schön empfunden und habe immer gute Gespräche gehabt.