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Kommentar zu Corona-MassnahmenJetzt wird es bald einmal grobfahrlässig

Die Schweiz braucht eine Maskenpflicht und griffige Massnahmen bei Einreisen aus Krisenherden. Sonst wäre der Lockdown umsonst gewesen.


Sie alle sind im öffentlichen Verkehr unterwegs, aber fast niemand trägt eine Schutzmaske. Szene am Hauptbahnhof Luzern.

Foto: Anna-Tia Buss

Sie alle sind im öffentlichen Verkehr unterwegs, aber fast niemand trägt eine Schutzmaske. Szene am Hauptbahnhof Luzern.

Foto: Anna-Tia Buss

Wenn wir uns in den nächsten Jahren an die Corona-Pandemie zurückerinnern werden, dann wird uns vor allem Folgendes in Erinnerung bleiben: Wahrscheinlich hat die Schweiz zu spät ernsthafte Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus ergriffen. Eine Woche früher in den Lockdown und eine Woche früher Grenzkontrollen gegenüber Italien, das hätte Menschenleben gerettet und uns viel Geld gespart. Denn erstens hätte dann der Lockdown nicht so scharf sein müssen, und zweitens hätte man früher mit den Lockerungen beginnen können. Erst ab Ende Februar reagierte der Bundesrat entschlossen und zunehmend überzeugend. Erst wurden das Social Distancing propagiert und Veranstaltungen mit über 1000 Leuten verboten. Dann, am 16. März, verhängte der Bundesrat de facto den Notstand und legte gleichzeitig einen grossen Teil der Wirtschaft lahm. Es war das teuerste Gesundheitsprogramm in der Schweiz, aber auch das effektivste. Die Ansteckungszahlen sanken rasant und nachhaltig. Es ging nicht lange, und der sogenannte R-Wert pro Person sank unter eins. Im Nachhinein hat man gesehen, dass nur schon das Social Distancing und das Verbot von Grossveranstaltungen die Kurve drehten. Man wäre wohl auch mit einem Mini-Lockdown durchgekommen, sagte Matthias Egger letzte Woche in der «SonntagsZeitung».

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