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Rücktrittsforderung der FCB-FansJetzt braucht es Lösungen

FCB-Präsident Burgener hat das Vertrauen der treusten Fans verloren. Eine sinnvolle Zukunft scheint für ihn damit ausgeschlossen. Es bräuchte jetzt konstruktive Gespräche über die Zukunft, doch dazu ist Burgener offenbar nicht bereit.

Im Heimspiel gegen St. Gallen im Februar 2019 verliessen die Fans der Muttenzerkurve das Stadion. Grund war das Engagement des Vereins in Indien – aber auch die damals schon schleichende Entfremdung zwischen dem Club und seinen Zuschauern.
Im Heimspiel gegen St. Gallen im Februar 2019 verliessen die Fans der Muttenzerkurve das Stadion. Grund war das Engagement des Vereins in Indien – aber auch die damals schon schleichende Entfremdung zwischen dem Club und seinen Zuschauern.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Es war lange ruhig. Genau genommen, war es sogar sehr lange ruhig. Drei Jahre lang haben die Fans des FC Basel zugesehen, wie ihr Club vom Dominator des Schweizer Fussballs zu einem seiner Sorgenkinder wurde. Da war schwarzer Rauch. Da waren Spruchbänder, die die Entfremdung dokumentierten: «Unseri Gsäng für die Elf uff em Rase – nid für d Chefetage.» Ansonsten haben die treusten Fans sich zurückgehalten.

Bis gestern.

Die Muttenzerkurve fordert in einem Schreiben den Rücktritt der gesamten Clubführung. Ihre Kritik an Präsident Bernhard Burgener ist nicht neu: Das fängt bei der Personalie Jean-Paul Brigger an, geht über die rückgängig gemachte Hin-und-Her-Entlassung von Trainer Marcel Koller bis hin zum eben erst veröffentlichten Rekordverlust sowie Burgeners irritierenden Aussagen, dass sein Plan bislang aufgegangen sei.

Es ist eine Kritik, die der Präsident nicht einfach so zur Seite wischen kann, wie er es bei Medienberichten gerne macht. Auch wenn es gestern genau danach aussah, als der Verein in einer Mitteilung die Forderungen der Fans zurückwies. Man wolle sich auf die sportlichen und wirtschaftlichen Ziele konzentrieren.

Bernhard Burgener hat seit gestern das Vertrauen der treuesten Fans verloren, die ohne Wenn und Aber hinter ihrem Verein stehen. Die sich nicht für Namen interessieren, weil der Club wichtiger ist als alles. Er ist zwar immer noch Besitzer der FC Basel Holding AG. Aber seit gestern ist eine sinnvolle Zukunft für Burgener beim FCB im Grunde ausgeschlossen.

Die Frage ist jedoch, wie diese Zukunft aussieht. Kritik und Argumentation der Muttenzerkurve sind berechtigt und nachvollziehbar. Sie hat versucht, mit ihrem Schreiben zu bewirken, was all die öffentliche Kritik der vergangenen Monate nicht erreicht hat. Nämlich dass der Präsident erkennt, dass es so nicht weitergeht.

Die Mitteilung des Vereins hat diese Hoffnung vorerst zerstört. Dabei bräuchte es genau jetzt etwas, das in den vergangenen drei Jahren kaum noch stattgefunden hat: einen konstruktiven Dialog, um Lösungen zu finden.