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Corona-Umfrage unter KMUJedes fünfte Zürcher Unternehmen sieht sich in der Existenz bedroht

Die Gewerbebetriebe im Kanton schauen mit Sorge in die Zukunft, und Wirtschaftsexperten prognostizieren eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent.

Gastronomen sind besonders pessimistisch: Letzte Vorbereitungen vor der Wiedereröffnung nach dem Lockdown im Restaurant «Brasserie Louis» in der Zürcher Altstadt.
Gastronomen sind besonders pessimistisch: Letzte Vorbereitungen vor der Wiedereröffnung nach dem Lockdown im Restaurant «Brasserie Louis» in der Zürcher Altstadt.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Trotz Anzeichen einer Erholung: Die Angst vor den Folgen der Corona-Pandemie setzt den Mittelständischen Unternehmen zu. Laut einer in der NZZ veröffentlichten Umfrage des KMU- und Gewerbeverbands Kanton Zürich sehen knapp 20 Prozent der Teilnehmer die Existenz ihrer Firma bedroht.

4 Prozent fürchten ernsthaft, die Krise nicht zu überleben. 15,1 Prozent sind optimistischer eingestellt: Sie vermuten, die Sache trotzdem irgendwie zu überstehen. Weitere 30 Prozent der Firmenchefs gehen von deutlichen Einbussen aus. Die anderen rund 50 Prozent der 992 kurz nach dem Ende des Lockdown im Juli befragten Firmenchefs und -inhaber fürchten geringe oder gar keine Auswirkungen. Ein kleiner Teil (3,2 Prozent) geben an, dass sie im Umfeld der Pandemie besser geschäften als vorher.

Leute sind länger arbeitslos

Vor allem der Umsatz und die Nachfrage leiden. Die Liquidität stufen die Befragten weniger problematisch ein: 29 Prozent der teilnehmenden KMU haben einen Covid-Kredit aufgenommen.

Die Umfrage deckt sich in etwa mit den kürzlich veröffentlichten Vorhersagen der Volkswirtschaftsdirektion für den Zürcher Arbeitsmarkt: Sämtliche Zürcher Branchen rechneten in den nächsten drei Monaten mit einem Beschäftigungsabbau, heisst es im jüngsten Wirtschaftsmonitor. Stark betroffen: die Gastronomie.

Laut dem Bericht könnte die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich bis Ende Jahr auf 5,5 Prozent steigen. Der Anstieg ist auch auf saisonale Effekte zurückzuführen, so braucht der Bausektor im Winter weniger Arbeitskräfte, der Grund ist aber auch die längere Dauer der Arbeitslosigkeit: Eine Person ist momentan im Durchschnitt doppelt so lange arbeitslos wie vor der Krise.

lop

7 Kommentare
    B Suter

    Braucht es also weiterhin Zuwanderung in Gastro-, Hotellerie, Eventbrachen oder hätten wir nicht längst mehr als genug Inländer, die dort beschäftigt werden können?

    Die BI kommt zum richtigen Zeitpunkt und wer immer noch der PFZ das Wort redet, erlaubt die totale gesellschaftliche Demontage unseres Landes. Die Wirtschaft ist Dringend auf eine funktionkerende, gesunde Gesellschaft angewiesen. Die Demokratie wird sonst unsere Wirtschaft Entscheid für Entscheid abwürgen. Eine gesunde, oragmatische Gesellschaft ist nämlich unser jahrzehntelanges Erfolgsmodell und sicher nicht, Arbeitsplätze zum Prekariat mit Minimlohnschutz umzufunktionieren.