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Ein Erneuerer des KinosJean-Luc Godard, das militante Kind

Der Regisseur ist jetzt 90 Jahre alt. Er wird immer besser. Und setzt schon seit Jahren auf Videokonferenzen.

Jean-Luc Godard 2010 in Zürich.
Jean-Luc Godard 2010 in Zürich.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Niemanden wird es erstaunen, dass Jean-Luc Godard drauf und dran ist, so alt zu werden wie das Kino selbst. Heute wurde er 90, wahrscheinlich schafft er es bis 130, die Zeit musste ja immer zu ihm aufholen, nicht umgekehrt. Die Videokonferenz zum Beispiel hat er schon vor zwei Jahren eingeführt, nämlich in Cannes, jenem Festival, das er 1968 mit Mitstreitern sprengte und 50 Jahre später aus der Ferne beehrte, über einen Facetime-Anruf im Pressekonferenzsaal.

Sein Kameramann hielt das iPhone in die Höhe, davor bildete sich eine Schlange aus enorm nervösen Kritikerinnen und Kritikern, und aus dem Screen murmelte das Orakel des Kinos; nicht alles war verständlich. Mehr Godard wäre aber nicht gegangen in der Situation, es war alles dabei: die intellektuelle Neugierde und der Humor; die mediale Vermittlung der Bilder, in der Form und Technologie gleich mitreflektiert werden; der Gestus des Genies und gleichzeitig der Hang zum kindlichen Spiel.

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