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Brasilien nach der US-WahlJair Bolsonaro steht plötzlich alleine da

Nach Trumps Niederlage wütet der brasilianische Präsident gegen Joe Biden. Dabei ist er auf den neuen US-Präsidenten angewiesen.

Verliert seinen wichtigsten Verbündeten: Jair Bolsonaro beim Besuch im Weissen Haus mit Donald Trump. (19. März 2019)
Verliert seinen wichtigsten Verbündeten: Jair Bolsonaro beim Besuch im Weissen Haus mit Donald Trump. (19. März 2019)
Foto: Kevin Lamarque (Reuters) 

Eine der grossen Männerfreundschaften der internationalen Politik ist am Ende. Zumindest aus der Sicht von Jair Bolsonaro: Mit der Wahlniederlage Donald Trumps verliert der brasilianische Präsident seinen wichtigsten Verbündeten, der für ihn zugleich Ideengeber und politisches Idol war. Bolsonaros Bewunderung für Trump nahm zuweilen absurde Züge an. Er bezeichnete sich selber als «grössten Fan» des US-Präsidenten. Für eine Liveübertragung auf Facebook liess sich der brasilianische Präsident filmen, wie er einer Trump-Rede zuhörte.

In vielen Bereichen agiert Bolsonaro wie eine Kopie von Donald Trump: Er kritisierte das Pariser Klimaabkommen, stellt nationale Alleingänge über internationale Zusammenarbeit, attackierte die Medien und prüfte, die brasilianische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Besonders augenfällig wurden die Parallelen in der Corona-Krise: Wie Trump verharmloste Bolsonaro das Virus («nur ein Grippchen») und gefährdete so Tausende Menschenleben. Wie der US-Präsident propagierte er das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin, obwohl dessen Wirkung medizinisch nie nachgewiesen wurde. Es ist kein Zufall, dass sich beide Staatschefs mit der neuen Lungenkrankheit ansteckten.

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