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Leser fragen Peter SchneiderIst das Leben ein Spiel?

Die Antwort auf eine Leserfrage zu einer Grundhaltung – und ihrer Wirkung auf den Alltag.

Die Würfel fallen schon vor der Geburt eines Menschen.
Die Würfel fallen schon vor der Geburt eines Menschen.
Foto: Getty Images

Man hört gegenwärtig oft, das Leben sei ein Spiel. Gestern vernahm ich in einer TV-Sendung Jugendliche, die im Zusammenhang mit den Risiken von Drogen zu Rauschzwecken diese Behauptung aufstellten. Ein Risiko, das unter Umständen tödlich endet. Die Frage beschäftigt mich seither, was ich dieser Haltung abgewinnen kann. Vieles im Leben ist Glückssache, z.B. in welche Lebenssituation Sie hineingeboren wurden. Also haben Sie bessere Karten zu Beginn des Spiels. Wie stehen Sie zur Ansicht, dass das Leben eben ein Spiel sei? J.A.

Lieber Herr A.

Ja, es stimmt, dass vieles im Leben Glückssache ist und dass in gewisser Hinsicht (nämlich in statistischer) die Würfel, die über unsere Zukunft entscheiden, schon vor der Geburt gefallen sind. Dass es im Leben wie beim Spiel gleichermassen Glück braucht, ist allerdings kein Argument dafür, dass das Leben ein Spiel ist. Es ist nämlich ganz sicher keines. Zum Spiel gehört definitionsgemäss, dass man es unterbrechen und auch wieder aufnehmen kann. Man kann wieder von vorne beginnen, und man kann Spiele so oft spielen wie man möchte.

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