Zum Hauptinhalt springen

Vom Ich zum Wir

Im Kunsthaus Baselland ist das Institut Kunst mit seinen Diplomanden zu Gast.

MeinungAnnette Hoffmann
Sophie Yerly, The Last Picture 1950–2016 (2019), 2019, Installation, Text, Print (links). Manuel Guldimann, For The Hobby Heart, Skulptur, Papiermaché, Holz, Metal- und Kunststoffteile, Stoff, Bauschaumstoff (rechts).
Sophie Yerly, The Last Picture 1950–2016 (2019), 2019, Installation, Text, Print (links). Manuel Guldimann, For The Hobby Heart, Skulptur, Papiermaché, Holz, Metal- und Kunststoffteile, Stoff, Bauschaumstoff (rechts).

«Where am I?», fragt das künstliche Ich in Katrin Niedermeiers Animation «Reality Island Is Elsewhere» in den leeren Raum hinein. Die Master-Studentin ist nicht die Einzige, die in ihrem Ausstellungsbeitrag zur Diplompräsentation des Instituts Kunst der HGK «I-Hood» dem Ich Orientierung versagt.

Wer dieses Ich überhaupt ist, beantworten die 43 Künstlerinnen und Künstler selbstredend ganz unterschiedlich. «I-Hood» liesse sich mit «Ichheit» übertragen, wobei als Assoziation der Raum mitschwingt. Das kann ein virtuelles künstliches Paradies sein wie in Niedermeiers sehr perfekter Projektion oder die konkrete Umgebung. So hat Vera Obertüfer für ihre Arbeit «Tombola» die Geschäfte in der Nachbarschaft des Kunsthauses Baselland um Sachspenden gebeten. Wer Glück mit seinem Los hat, darf eine Flasche Wein, Kosmetik oder Kunsthandwerk mit nach Hause nehmen.

Jeronim Horvat, Forged from Tales and Memories, the House of Opportunities, 2019, Skulptur.
Jeronim Horvat, Forged from Tales and Memories, the House of Opportunities, 2019, Skulptur.

Auch an andere hat Martin Jakob mit seiner Serie von 43 Hockern «Attractive Spots» gedacht. Die wirklich attraktiven Hocker mit einer Sitzfläche aus dezent gefärbten Seilen sind immer da, wo es ein Video zu sehen gibt, eine Platte zu hören oder man sich aus anderen Gründen niederlassen möchte.

Zum vierten Mal sind das Institut Kunst HGK FHNW und das Kunsthaus Baselland eine Kooperation eingegangen, um die jungen diplomierten BA- und Masterstudierenden der Öffentlichkeit zu präsentierten. «I-Hood», das sich über die gesamte Ausstellungsfläche des Kunsthauses Baselland ausbreitet, wurde von Filipa Ramos und Chus Martinez kuratiert.

Sonja Lippuner, Falter, hellwach, 2019, Installation, Mixed Media auf Textil.
Sonja Lippuner, Falter, hellwach, 2019, Installation, Mixed Media auf Textil.

Tatsächlich muss man das Ich vor lauter Wir suchen. Lediglich ein Plan informiert über die jeweiligen Urheber der Arbeiten, da nimmt das Institut die Sicht auf die Kunstschaffenden. Das ist ein wenig schade. Man muss also zum Saalzettel greifen und kann dann im Booklet durch die Künstlerstatements stöbern.

Tatsächlich gibt es sowohl gelungene Räume wie auch Einzelleistungen. So ist in einem der Kabinette ein schönes Malereiensemble mit Arbeiten von Chris Hunter, Micael Santos, Claudia Jenni Palma und Brigham Baker zu sehen, die sich weder auf Raumkonventionen noch auf Pigmente als Farbstoff beschränken. Vielfalt ist der gemeinsame Nenner. Handwerkliche Techniken wie auch die körperlose Welt des Virtuellen haben die Absolventen gleichermassen fasziniert. Heute kann man in beiden zu Hause sein.

Till Langschied, Noosphärentrümmer II (A Future Unwilling to Come) 2019, (Hintergrund). Katrin Niedermeier, Reality Island is Elsewhere, Video HD, Audio Loop (Vordergrund).
Till Langschied, Noosphärentrümmer II (A Future Unwilling to Come) 2019, (Hintergrund). Katrin Niedermeier, Reality Island is Elsewhere, Video HD, Audio Loop (Vordergrund).

I-Hood. Diplomausstellung Bachelor und Master Institut Kunst HGK FHNW. Kunsthaus Baselland, St. Jakob-Str. 170, Muttenz/Basel. Täglich 11 bis 17 Uhr. Bis 1. 9. www.institut-kunst.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch